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Philosophie ab 1800

Der Rationalismus der Aufklärung und der Empirismus der englischen Philosophie (..) gehen eine Verbindung ein und führen zur erkenntnistheoretischen Untersuchung von Denkstrukturen und Vorgängen (Materialismus, Rationalismus, Positivismus). Durch die Verelendung der Menschen in dieser vorindustriellen Epoche werden Gegenbewegungen geboren (Marxismus, Sozialismus). Die ebenfalls mit entsprechenden Philosophien belegt werden. Ansätze zu volkswirtschaftlichen Theorien werden ausgebaut (Malthus, Elendstheorie, Smith, Keynes). Laplace, der Automat. In Deutschland wird der Idealismus weiterentwickelt (Zusammenhang mit der Restauration (=Wiederherstellung der Adelsherrschaft nach Napoleon). Es werden Systeme zur Gliederung des Pflanzen- und Tierreichs entwickelt (Linne, Mendel u.a.) Dies bewirkt eine Neubestimmung des Standortes des Menschen, nicht mehr als Krone der Schöpfung (Darwin, Evolutionsphilosophie. Nietzsche und Schopenhauer entwickeln ihre Theorien zum menschlichen Willen. In England wird der Pragmatismus geboren: Was nützt ist wahr

Lediglich SCHELLING (1775-1854) weist auf die Problematik des Vorhabens hin, setzt sich damit aber erneut dem Vorwurf des Romantizismus aus. Da über Natur philosophieren soviel hieße, als die Natur schaffen, so müsse vorerst der Punkt gefunden werden, von welchem aus die Natur überhaupt ins Werden gesetzt werden könne. Dieser Punkt werde erreicht in der Gleichsetzung von Natur und Vernunft, in der Weltseele.

Ins 'rechte Licht' setzt HEGEL (1770-1831) diesen Ansatz, indem er statt von der Weltseele vom Weltgeist spricht und feststellt, daß die Natur nichts weiter sei als der Geist in seiner Äußerlichkeit, also Natur erst in dem Sinne wirklich werde, als der Geist sie eingeholt (auf den Vernunft-Begriff gebracht) hätte.

Im 19. Jahrhundert entwickeln sich allerdings auch Gegenbewegungen zu diesem vernunftorientierten und a-körperlichen Naturverständnis.
SCHOPENHAUER (1788-1860) sieht in der Welt, und damit auch im Menschen, einen nie erlöschenden Willen (zum Leben) wirken, dem alle Vernunft untergeordnet ist. Direkter Ausdruck der Manifestationen des Willens (der natura naturans) sei die leibliche Äußerung (die natura naturata).

DARWIN (1809-1882) versteht die Natur und den Menschen in ihrer naturgesetzlichen Entwicklungsgeschichte, die zwar durch Vernunft erkennbar, nicht aber regulierbar sei. Der Mensch ist dabei primär durch seinen animalischen Charakter, durch seine Abstammung vom Tier zu verstehen, der Geist ein Naturprodukt und den Naturgesetzen des Überlebens des Stärksten, der Mutation und Selektion, die nicht vom Menschen gemacht sind, unterworfen.
Im Sozialdarwinismus und in der modernen Soziobiologie gilt dies auch für die menschlichen Verhaltensweisen, nicht allein für seine materiell-biologische Gestalt. Das je etablierte Naturverständnis wäre somit Ausdruck genetischer (natürlicher) Veranlagung.

Für MARX (1818-1883) ist die Naturgeschichte die Vorgeschichte des Menschen, der Bereich der noch nicht absichtsvoll (vernünftig) geleiteten Tätigkeit. Für den Menschen ist Natur gesellschaftlich-geschichtlich, die Arbeit vermittelt den Stoffwechsel mit der Natur, der Mensch vermenschlicht die Natur in der Arbeit. Naturbeherrschung ist die natürliche Aufgabe des Menschen in der Arbeit als wesentlichem Lebensausdruck. In der Abhängigkeit des menschlichen Bewußtseins von den jeweiligen Arbeitssprozessen kommt zwar in gewisser Weise auch die Abhängigkeit von Natur zum Ausdruck, dennoch steht auch hier die Natur als solche unter dem Primat des Menschlichen, das jedoch nicht allein als das Vernünftige, sondern materialistisch verstanden wird.

Bei NIETZSCHE (1844-1900) wird erstmals die abendländische Stellung des Menschen gegenüber der Natur deutlich kritisiert: NIETZSCHE behauptet, daß mit dem philosophischen (unter dem Primat der Vernunft stehenden) Naturverständnis das Mißtrauen gegen die Natur zur zweiten Natur des Menschen gemacht worden sei. Diese Sicht gelte es zu überwinden, die Eingebundenheit ins Ganze der Natur gelte es zu bejahen. Die Große Vernunft des Natürlichen bestimmt und regiert die Kleine Vernunft des menschlichen Denkens: "Die Kleine Vernunft denkt Ich, die Große Vernunft tut Ich."



Weltbild und Lebensgefühl: Einzeldarstellungen
Wissenschaft: Einzeldarstellungen
Kunst: Einzeldarstellungen

Vertreter / Werke


Philosophie ab 1800

Romantik und deutscher Idealismus:
Die Glaubensphilosophen Fichte, Schelling, Hegel

Positivismus /Materialismus /Marxismus
Strauß, Feuerbach, Marx, Hegel

Weltanschauungsphilosophie:
Schopenhauer, Kirkegaard, Nietzsche

Nebenströmungen und Neukantianismus:
Fries, Herbart, Fechner, Lotze, Eduard von Hartmann
Marburgerschule, Südwestdeutsche Schule, Vaihinger



Einzeldarstellungen, Materialien, Quellen
Leittabelle Philosophiegeschichte, Zeittafel Geschichte Neuzeit,
Philosophenliste nach Epoche