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Altgriechische Philosophie II ~ ab 600 vuZ

Dem Alter und der Entwicklung nach wird die Stoa unterschieden in
1. Ältere Stoa griechischer Herkunft, gegründet von Zenon aus Kition (Zenon der Stoiker, ~ 340 - 260 vuZ, nicht zu verwechseln mit Zenon von Elea). Weitere Vertreter dieser Schule sind Kleanthes von Assos (~ 331 -231), Chrysippos (~ 281 - 205),
2. Mittlere Stoa; Hauptvertreter sind Poseidonios (~ 135 -51 vuZ) und Panaitos von Rhodos (~. 185 - 110)
3. Jüngere Stoa deren bekanntester Vertreter Seneca (4 vuZ. - 65 uZ) ist. Der Soldatenkaiser Mark Aurel (161 - 180) und Epiktet (50 - 138).
Die Stoa geht von verschiedenen Erkenntnisstufen aus, nämlich Ethik, Logik, Physik. Die Ethik ist die höchste Stufe, während die Physik untergeordnet ist, materialistische und monistische Züge trägt. Stoisches Denken geht aus natürlich gemachter Erfahrung hervor, ist also empirisches Denken. Real sind nur Einzelobjekte. Jede Erkenntnis geht von einer individuellen Wahrnehmung aus. Bei Geburt des Menschen ist der Geist eine "Tabula rasa". Alles Geschehen ist strengen Gesetzen unterworfen.Der Mensch kann die Gesetzmäßigkeiten der Weltgesetze erkennen, insofern bedeutet das von der Stoa propagierte vernunftgemäße Leben auch naturgemäßes Leben. Mit vernünftigem, natürlichem Maß wird Tugend und Glückseligkeit als höchstes Gut erreicht. Einziges Übel ist die Schlechtigkeit. Sie wird durch Affekte (Triebe, Leidenschaften) hervorgerufen. Deshalb soll der Stoiker leidenschaftslos werden (griech. apatheia). Wer Notwendigkeiten einsieht und nach ihnen leben kann, ist vom Äußeren unabhängig und damit gerecht und glücklich. Viele Dinge sind dem Stoiker bedeutungslos und gleichgültig, z.B. Gesundheit, Besitz und Tod. Sie sind weder gut noch böse an sich.
Das stoische Ideal der Gleichmut muß sich auch in der Gesellschaft niederschlagen. Dort lauten die Forderungen des vernunftgemäßen Handelns: Gerechtigkeit und Menschenliebe (auch gegen Barbaren und Sklaven). Das römische Imperium als Vielvölkerstaat erhielt dadurch die anziehenden Züge der Humanität und einer kosmopolitischen Haltung. Starke Auswirkungen hatte die Stoa auf das Christentum, in das die Gesetze von Askese und strenger Moral übernommen wurden. Dennoch oder gerade deshalb hat die Stoa immer eine reservierte bis ablehnende Haltung gegenüber dem Christentum eingenommen (Mark Aurel).

Epikuräer
Epikur von Samos
(341 - 270 vuZ) dem Mißgünstige ein schrankenloses Jagen nach Sinneslüsten vorwarfen. Nach seiner Lehre erklären Logik und Physik nicht die Entstehung der Welt durch irgendwelche Götter. Die Götter greifen auch nicht in die Entwicklungsprozesse ein, deshalb sind sie gleichgültig. Daher soll der Mensch nach Glück und Genuß streben, wobei die Vernunft ihn führen soll. Glück ist Ruhe des Geistes und alles was sie herstellt. Praktische Lebensklugheit steht ihm höher als Wissen. Friede findet, wer die Furcht vor den Göttern und die Angst vor dem Tod ablegt. Beides ist irrelevant, weil jenseits des Erfahrbaren. Sein Wahlspruch: Lebe verborgen.
Lukrez (Lucretius Carus 98 - 55 vuZ)
Schildert in einem Lehrgedicht die Lehren des Epikuräismus. Der Rest der Aufzeichnungen des Lukrez ging verloren.
Horaz (65 vuZ - 8 vuZ) neigt ebenfalls zur epikuräischen Haltung.

Unter den Eklektikern römischer Schule ist besonders Cicero (106 - 43 vuZ) erwähnenswert. Die alexandrinische Schule führt der Jude Philon von Alexandria (25 vuZ - 50 uZ) an.

Neuplatoniker der Schulgründung Ammonios Sakkas aus Alexandria (175 - 142 uZ) zugeschrieben wird.
Überlieferungen von Sakkas Gedanken existieren nicht mehr.
Sein Schüler war Plotin (205 - 270), der Elemente des Platonismus mit christlichem Denken vermischt. Plotin ist ein Mystiker, der sowohl an die frühe Patristik als auch an die Philosophie Indiens und Ägyptens anknüpft.
Weitere bedeutende Neuplatoniker sind Porphyrios (~ 232 - 304), Jamblichos (gestorben ~ 330 ) und Proklos (411 - 485).

Begründer der Skeptiker ist Pyrrhon von Elis (360 - 270 vuZ). Er lehrte die Nichterkennbarkeit der Dinge und eine entsprechende Zurückhaltung im Urteil. Gemütsruhe (Ataraxie) ist sein Lebensideal. Von seinen Schriften ist nichts mehr überliefert. Die mittlere akademische Skepsis wird durch Arkesilaos (300 vuZ) und Karneades (214 vuZ -  129 vuZ) vertreten. Römischer Vertreter ist Sextus Empiricus, ein Philosoph und Arzt (200 - 250), dessen Werk "Grundzüge der pyrrhonischen Skepsis" vollständig überliefert wurde. Generell haben die Skeptiker aus der Verschiedenheit der Außenwelten und der subjektiven Wahrnehmungen der Einzelpersonen den Schluß gezogen, daß eine Wahrheit nicht erkannt werden könne. (Wie können wir erkennen: "Dieser Apfel ist rot, reif und rund"; Was ist rot?; welches Rot; was bedeutet reif?; welcher Reifegrad?; wann ist etwas reif?; obwohl jeder Apfel rund ist hat jeder eine andere Form; was also ist rund? usw.). Enthaltung vom Urteil ist nach skeptischer Meinung Voraussetzung einer heiteren, unerschütterlichen Seelenruhe.

Boethius (480 - 525) sollte auf Befehl des christlichen Botenkönigs Theoderich wegen seiner Denkweise hingerichtet werden. Äußerlich Christ stand er innerlich der Stoa, dem Neuplatonismus nahe. Sein Büchlein vom Trost der Philosophie ist im Kerker geschrieben. Er beschließt den Reigen antiker Philosophie und wird oft als "der letzte Römer und erste Scholastiker" bezeichnet.