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Lessing - Leben und Werk

Sächsischer Pastorensohn; 1746-48 Studium der Theologie und der Medizin in Leipzig; 1748-51 Rezensententätigkeit in Berlin, Freundschaft mit Fr.Nicolai und Moses Mendelsohn. Regelmäßige schriftstellerische Tätigkeit, muß sich Lebensunterhalt aber als Sekretär, Dramaturg (Hamburg) und Bibliothekar verdienen. Ab 1777 - nach Veröffentlichung der Reimarus-Aufsätze Auseinander-setzung mit dem Pastor Goeze ( "Anti-Goeze", "Die Erziehung des Menschengeschlechts"); als der Herzog v.Braunschweig die Zensur über ihn verhängt, bringt Lessing das Schauspiel "Nathan der Weise" auf die Bühne.

Wichtigste Stücke:

"Miss Sara Sampson" (1755): Bürgerliches Trauerspiel in 5 Akten, Prosa. Die tragische Heldin ist zwar Tochter eines Adeligen, die Lebensgestaltung aber ist bürgerlich.

Inhalt: Der lasterhafte Mellefont hat Sara verführt und ist mit ihr in ein Landgasthaus geflohen. Seine frühere Geliebte, Lady Marwood, taucht mit der gemeinsamen Tochter Arabella auf, um ihn zurückzugewinnen. Da Mellefont nicht zu ihr zurückkehren will, gibt sie gegenüber Sara ihre Identität preis und vergiftet sie. Der sterbenden Sara wird von ihrem Vater verziehen, sie wiederum verzeiht ihrer Mörderin. Mellefont tötet sich selbst. Saras Vater wird sich um Arabella sorgen.
Themen: Laster vs Tugend, Rache vs Gnade.

"Minna von Barnhelm" (1767): Lustspiel (5), Prosa. Charakter-Komödie; der Bürger wird nicht mehr als belachenswerter "Typ", sondern als "gemischter Charakter" mit überwiegend positiven Zügen dargestellt.
Inhalt: Der preußische Major Tellheim, unehrenhaft aus der Armee entlassen, droht durch seine übersteigerte Vorstellung von "Ehre" die Beziehung zu seiner Verlobten, dem sächsischen Edelfräulein Minna v.Barnhelm, zu zerstören. Dieser gelingt es durch ein aufwendiges Intrigenspiel, sein Ehrgefühl zu ihren Gunsten einzusetzen. Die endgültige Lösung des Konflikts wird allerdings erst durch die Rehabilitierung Tellheims erreicht

"Emilia Galotti" (1772): Trauerspiel (5), Prosa. Quelle ist Livius' "Ab urbe condita" - Geschichte der röm. Virgina.
Endgültige Überwindung der "Ständeklausel" und der 3 Einheiten; Handlung spielt zwar noch an einem Tag, aber verschiedenen Orten.
Der Prinz von Guastalla wird seiner Geliebten, der Gräfin Orsina, überdrüssig, als er die Bürgerstochter Emilia Galotti kennenlernt; diese ist mit dem Grafen Appiani verlobt. Marinelle, der Kammerherr des Prinzen, läßt das Paar auf dem Weg zur Trauung überfallen. Appiani wird tödlich verwundet, Emilia und ihre Mutter Claudia auf ein Schloß entführt, wo sich der Prinz den Frauen zeigt. Bald darauf treffen die Gräfin Orsina und Emilias Vater Odoardo im Schloß ein; die empörte Gräfin warnt Odoardo vor der Gefahr, die der Tugend seiner Tochter droht, und steckt ihm einen Dolch zu. Emilia, die den Prinzen zwar verachtet, aber sich vor seinen Verführungskünsten fürchtet, bittet den Vater, sie zu töten, was dieser nach längerem Zögern tut. Der Prinz schiebt alle Verantwortung auf Marinelli.
Thema: Moralische Bloßstellung des Absolutismus, der menschenverachtenden Intrigen bei Hof und Adel; dem entgegengesetzt die höhere Moral des Bürgertums (Tugend durch Erziehung).

"Nathan der Weise" (1779): Dramatisches Gedicht (5) im Shakespearschen Blankvers (reimloser jambischer Fünfheber).
Ein "analytisches" Drama, d.h. dem Dramenbeginn vorausliegende Tatbestände werden erst im Lauf der Handlung aufgedeckt. Zeigt Lessings Resignation bezüglich einer raschen Wirkung literarischer Aufklärung. Sein "Ideendrama" ist ein Bekenntnis zu umfassender Toleranz und Humanität.