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1500 - 1700 Kriegsfolgen, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland

Die 200 Jahre dieser Epoche sind geprägt von einer weithin statischen, aus dem Mittelalter überkommenen ständischen Gesellschaftsstruktur.

Nun waren zwar die Entwicklungen (vor allem im religiösen Bereich) Ausdruck und Motor für Versuche gesellschaftlicher Veränderungen in Richtung weniger rigid geformter Sozietäten.

Diese Versuche hatten, jedenfalls in deutschen Landen, jedoch nur in einigen Experimentierfeldern kurzlebigen Erfolg. Ihre Niederschlagung, das Gefolgschaftsprinzip des Augsburger Religionsfriedens 1555 und die Regelungen des Westfälischen Friedens 1649 stabilisierten die alte Ordnung erneut und festigten die Positionen der adeligen Landesherren.

So wurde das Bauerntum endgültig - soll heißen: für Jahrhunderte - in den Status der Erbuntertänigkeit durch den gutherrschaftlichen Adel zurückgedrängt. Auch durch den Dreißigjährigen Krieg selbst hatten vor allem mächtigere Fürsten ihre Territorien vergrößern oder anderweitig Gewinne erwirtschaften können, von deren wirtschaftlicher Kraft im wesentlichen die Impulse zum Wiederaufbau ausgingen.

In manchen Gebieten wurde so viele Dörfer ausradiert und/oder von der Bevölkerung aus Kriegsangst verlassen, daß durch den Mangel an ländlichen Arbeitskräften einerseits, durch den Mangel an Nachfrage durch die radikal dezimierte Bevölkerung andererseits der Wert von Ackerbauflächen verfiel und die Eigentumskonzentration begünstigte.

Zugleich jedoch wurde die zentrale Staatsgewalt in der Gestalt der (katholischen) habsburgischen Kaiser geschwächt, der Doudezabsolutismus des 18. Jahrhunderts vorbereitet, wirtschaftlich  bildete sich die noch das ganze 18. Jahrhundert bestimmende Form des landesherrlichen Merkantilismus heraus, die zu einer Säule der absolutistischen Regierung in vielen Reichsterritorien wurde.

Das unterschiedliche Ausmaß, in dem einzelne Regionen vom Krieg betroffen waren, setzte neue Schwerpunkte in die wirtschaftliche und die demographische Weiterentwicklung. Die größeren Reichsstädte; im oberdeutschen Raum und im nördlicheren Osten, die davor als ökonomische wie kulturelle Zentren bedeutend gewesen waren, wurden für lange Zeit entscheidend geschwächt.