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Die Stadtentwicklung um 1500/1600

Unter einer “Stadt” darf man sich für das 16. und 17. Jahrhundert  nichts Urbanes in der heutigen Bedeutung vorstellen: Die meisten Städte hatten weniger als 3000 Einwohner.

Die Stadt war eine Siedlung mit einer bestimmten Rechtsordnung, einem “Stadtrecht”, das das Recht zur Selbstverwaltung in recht unterschiedlichem Ausmaß und das Marktrecht umfaßte. Von außen bildete sie sich in der Regel sichtbar durch Mauern und Türme ab, stellte einen abgegrenzten, geschützten Bereich dar.

Die Freien Reichsstädte waren nur dem Kaiser unterworfen. Nach 1648 waren sie als Reichsstände neben den Kurfürsten und Fürsten auf dem Reichstag vertreten.

Die große Mehrzahl der Städte unterstand jedoch einem Landesherrn, doch konnten solche “Landesstädte” als Residenzen, Messeorte oder Universitätssitze (man denke an Leipzig oder auch an Salzburg) eine sogar mit den größeren Reichsstädten durchaus vergleichbare Bedeutung haben.

Um 1600 waren die größten Städte im Deutschen Reich mit einer Bevölkerungszahl zwischen 40.000 und 60.000 Köln, Wien, Nürnberg, Prag, Augsburg und Hamburg.

Auch in der Entwicklung der Einwohnerzahl der Städte wirkte sich der Dreißigjährige Krieg drastisch aus: Gegen Ende des Krieges, so Michael Erbe, war Wien zur größten Stadt des Reiches geworden und auf 80.000 angewachsen, Köln jedoch auf 30.000 und Augsburg auf 20.000 gesunken. Berlin war mit 10.000 eher unbedeutend.

Frankfurt am Main mit 35.000 und Leipzig mit 20.000 Einwohnern nahmen unter den größeren Städten einen mittleren Rang ein. Die Reichsstädte hatten an Bedeutung für lange Zeit eingebüßt und erholten sich von den Kriegsfolgen erst wieder im Lauf des 18. Jahrhunderts.

 Hamburg dagegen hatte sich dank seiner günstigen Situation im Dreißigiährigen Krieg und der Verlagerung eines Teils  des niederländischen Geschäftslebens auf die zweite Stelle emporgearbeitet und Lübeck als Vaterstadt der Hanse hinter sich gelassen. Hamburg bildete aber auch seiner  Aufgeschlossenheit gegenüber Neubürgern eine Ausnahme.

Denn die Städte waren in aller Regel streng hierarchisch organisiert und stark reserviert gegenüber Zuzüglern.  Einwohnerschaft und Bürgerschaft durchaus nicht dieselbe Gruppe. Die Einwohner mit Bürgerrecht wurden in den einzelnen Städten deutlich von den übrigen Bewohnern, den <Schutzverwandten>, unterschieden.

Hinzu traten in den wenigen Städten, wo sie zugelassen waren, die fast stets im einem eigenen, engen Bezirk (Getto) siedelnden Juden; in Frankfurt am Main zum Beispiel, wo die bedeutendste Judengemeinde lebte, durften im 18. Jahrhundert nur 500 Judenfamilien ansässig sein.