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1500 – 1600 Bevölkerungsentwicklung und Dreissigjähriger Krieg

Im Laufe des 16. Jahrhunderts war die Bevölkerung des Römisch-Deutschen Reiches (ohne die siebzehn niederländischen Provinzen und die Eidgenossenschaft) von etwa 16 auf rund 21 Millionen angewachsen, wobei sich das Wachstumstempo bereits seit den siebziger Jahren verlangsamte. Die Flüchtlingsbewegungen - so die der 400.000 aus Frankreich geflüchteten Hugenotten – müssen damit in einer ganz anderen Dimension gesehen werden!

Der Dreißigjährige Krieg brachte einen Rückgang um durchschnittlich über ein Dnttel auf circa 13 Millionen. Dafür waren zum kleineren Teil direkte, zum größeren Teil indirekte Auswirkungen des Krieges verantwortlich: Massive Ernteausfälle - die Landsknechte wurde bei der Zuteilung bevorzugt bzw. bevorzugten sich selbst - führten zu Hungersnöten. Eine daraus resultierende allgemeine Schwächung - ähnliches ist heute z.B. in manchen Regionen Afrikas auszumachen - bewirkte eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, vor allem Seuchen.

Die vielen Flüchtlingsbewegungen und das Zusammenströmen in die relativen Schutz versprechenden, aber in hygienischer Hinsicht mit schweren Defiziten belasteten Städte bewirkten häufig eine dynamische Ausbreitung.

Wie schon erwähnt verursachte der lange Krieg keineswegs überall gleich große Schäden. Nur dort, wo immer wieder Truppen durchzogen oder einquartiert wurden und durch Requirierungen die Bevölkerung drangsalierten, stand es wirklich schlimm. Besonders stark heimgesucht hatte das Kriegsgeschehen:

Brandenburg, Mecklenburg, Thüringen, Württemberg - die Einwohnerzahl schrumpfte von 450.000 (1618) auf 121.000 (1645)  - und die Kurpfalz. Hier belief sich der Bevölkerungsverlust auf mehr als die Hälfte.

Bis auf die Hälfte war die Einwohnerzahl auch in Hessen, Franken, Teilen Böhmens und im Elsaß geschrumpft, und bedeutende Verluste hatten Schlesien, die Lausitzen, das mittlere Elbegebiet um Magdeburg und Bayern hinnehmen müssen. Mit einem Fünftel in etwa erträglich waren die Verluste in Sachsen und im Rheinland geblieben.

Im Norden hatte der Krieg Niedersachsen und Westfalen weitgehend verschont, im Süden die österreichischen Erblande (mit Tirol). Dementsprechend waren auch Infrastruktur und Wirtschaftskraft trotz Abwehranstrengungen gegen die immer wieder nach Westen vordringenden Türken in relativ gutem Zustand, und die Vielzahl herrlicher Kirchenneubauten, aber auch von manchen Schul- und Universitätsgründungen muß auch vor diesem Hintergrund gesehen werden.