12. Jahrhundert
~1100 erscheinen an den europäischen Kirchen kunstvoll geschmiedete
Türbeschläge.
13. Jahrhundert
~1200 entstehen Schiffe mit alleinigem Segelantrieb (bisher meist mit
Ruder kombiniert).
1209 wird in London eine Steinbrücke über die Themse gebaut.
Begriffe
Astrolabium
[griech.], historisches, astronomisches Meß- und Beobachtungsgerät,
das gleichzeitig als Sternenuhr diente. Sie bestehen aus einer
Sternkarte und einer drehbaren Scheibe, die angibt, welchen Himmelsausschnitt
man zu einer bestimmten Zeit sehen kann. Allerdings brauchte man am
Anfang für verschiedene Breitengrade jeweils speziell hergestellte
Messingplatten, die entsprechend teuer waren. Erst Abu Ishaq Ibrahim
ibn Yahya an-Naqqash az-Zarquali, genannt Arzachel, gelang es mit Hilfe
einer geänderten Projektion der Himmelsspähre auf eine ebene
Platte mit einer einzigen auszukommen.
Dreifelderwirtschaft
In Europa weitverbreitetes Fruchtfolgesystem, bei dem in dreijährigem
Turnus Sommer-, Wintergetreide und Hackfrüchte (früher Brache)
miteinander abwechseln und dabei jeweils 1/3 der Fläche jährlich
wechselnd einnehmen.
Glas
Für das Mittelalter unterrichtet uns Theophilus um 1100 sehr eingehend.
Er beschreibt den Bau der Werköfen, der Kühlöfen und
der Ausbreiteöfen. Ebenso beschreibt er die notwendigen Geräte,
das Glasblasen des Fensterglases, die Bereitung des safrangelben und
des verschiedenenfarbigen Glases. Ebenso die Anfertigung von Gefäßen
und von Flaschen, das Einschmelzen von Blattgold, Metallstaub oder buntfarbigen
Figuren. Auch kennt er das Zusammenschmelzen eines gebrochenen Glases.
In England fing man 1180 an, die Wohnungen der Reichen mit Glasfenstern
zu versehen.
Um 1280 erfand Briani zu Venedig den künstlichen Aventurin, eine
Glasmasse, die mit winzigen goldglänzenden Kristallen durchsetzt
ist.
Glasmalerei
Im MA wurden von den mittels Metalloxiden durchgefärbten oder z.T.
auch nur mit dünnen Farbschichten überzogenen Glastafeln (Überfangglas)
mit heißem Eisendraht einzelne Stücke abgesprengt und mit
einem Kröseleisen in die gewünschte Form gebracht. Danach
begann das Auftragen der Malfarbe, des Schwarz-braun-Lots, bestehend
aus pulverisiertem Bleiglas, einem pulverisierten Metalloxid und einem
Bindemittel (Wein und Gummi arabikum). Es wurde vorderseitig, beginnend
beim hellsten Ton, aufgetragen (teilweise auch auf der Rückseite).
Häufig wurden die Malschichten dann noch einmal negativ bearbeitet,
d.h. Lichtgrate und zarte Ornamente ausradiert. Das Brennen erfolgte
anschließend bei 600°C. Um 1300 trat zu dem Schwarz-braun-Lot
das Silbergelb, bestehend aus mit Ocker oder Ton vermischtem Schwefelgelb.
Es wurde rückseitig aufgetragen, das Gelb variierte nach dem Brennen
von heller Zitronenfarbe bis Dunkelorange. (Gotische Malerei).
Kachelofen
durch die Kombination der bereits seit dem 10. Jh. hergestellten Kacheln
mit dem Lehm- oder Ziegelofen entsteht seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts
diese Form der Einzelheizung, die besonders in den sich entwickelnden
Städten mit ihren seit 100 Jahren vermehrt auftretenden Backsteinbauten
auftreten und gebraucht werden. Zuerst in der Schweiz und in Tirol nachweisbar.
Verkleidet mit ursprünglich immer farbigen Topfkacheln (mit Vertiefungen
zur Vergrößerung der wärmeabstrahlenden Fläche)
oder Tafelkacheln. Häufig wurden die Kacheln mit Reliefs verziert
(13. Jh. ff.), später auch bemalt.
Kompaß
In China, wo die magnetischen Eigenschaften des Eisens möglicherweise
schon im 2. Jh. v. Chr. bekannt waren, wurde auch die Richtwirkung der
Magnetnadel - dort "Südweiser" genannt - entdeckt (erstmals im
12. Jh. erwähnt). Vermutlich durch die Araber kam der K. im 12./13.
Jh. nach Europa: seine heutige Form erhielt er von italienischen Seefahrern.
Seine Seetauglichkeit ist 1117 erstmals nachweisbar. Nun beginnt auch
die Seefahrt auf dem Mittelmeer sich dieses Instrumentes zu bedienen:
Navigation wird auch bei bedecktem Himmel möglich.
Perpetuum mobile
Der Gedanke, ein P. m. zu konstruieren, tauchte im 13. Jh. im Abendland
auf. Villard de Honnecourt beschrieb um 1235 ein P. m. auf mechanischer
Grundlage, P. de Maricourt 1269 in der "Epistula de magnete"
ein solches auf magnetischer Grundlage. In den folgenden Jahrhunderten
wurden in Maschinenbüchern zahlreiche weitere Vorschläge zur
Konstruktion von Perpetua mobilia gemacht. Auch der Beschluß der
Pariser Akademie von 1775, keine Vorschläge zur Prüfung mehr
anzunehmen, da die physikalischen Naturgesetze eine Verwirklichung nicht
zulassen, verhinderte nicht, daß immer wieder neue Projekte entworfen
wurden.
Steinkanone
Bei der Belagerung von Cividale in Friaul benutzen die Ritter von Crusberg
und von Spilimberg nachweisbar zum ersten Mal eine Kanone. Die Mörser
bestehen aus kurzen Steinrohren, die Steinkugeln abfeuern. Sie besitzen
wenig Schußgenauigkeit und explodieren gelegentlich wohl auch
vor dem Abschuß. Ähnliches gilt auch für andere Feuerwaffen,
aber Pfeil und Bogen, Armbrust und Katapult werden schon bald der Vergangenheit
angehören.
Namen
Rogerus von Helmershausen(~ 1100)
Deutscher Goldschmied. - Benediktiner. Starke byzantin. Einflüsse.
Erhalten sind u.a zwei romanische Tragaltäre in Paderborn. Sie
zeigen seinen klar umrissenen, ausdrucksvollen Gravurstil, der sehr
einflußreich war.
Theophilus
Ein Mönch Namens Theophilus (vielleicht auch Rogerus von Helmershausen)
verfaßt um 1100 ein Buch mit dem Titel: Schedula diversarum
artium. Es handelt sich wohl um das bedeutendste mittelalterliche
Kunstlehrbuch. Darin schreibt er u.a. über die Technik der Glasherstellung
und -verarbeitung, ferner über den Glockenguß.