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Mönchs- und Ritterorden

Benediktiner
(lat. Ordo Sancti Benedicti), alle Mönche der katholischen Kirche, die nach der Regel Benedikts von Nursia (~480-~547), Begründer des abendländischen Mönchtums, leben, der sog. Benediktregel (von Benedikt nach 530 verfaßte Mönchsregel. In 73 Kapiteln ordnet sie das Klosterleben). Diese Regel verpflichtet zu Eigentumsverzicht und Keuschheit, Gehorsam und Ortsbeständigkeit. Seit dem 7. Jh. schlossen sich auch Frauen auf der Grundlage dieser Regel zum gemeinsamen Leben in Klöstern zusammen. (Heute leben nach ihr u.a. die B., Zisterzienser, Vallombrosaner und Olivetaner). Die Benediktiner zählten im Mittelalter zu den hervorragendsten theologischen und kulturellen Lehrern des Abendlandes.

Kamaldulenser
1012 vom Hl. Romuald in Camaldoli gegründete Ordensgemeinschaft, die die Benediktinerregel und Einsiedlerleben verbindet. Der Orden breitete sich über Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland aus und wirkte bei der Christianisierung Polens und Ungarns mit.

Zisterzienser
(lat. Sacer Ordo Cisterciensis), Angehörige des nach dem 1098 von Robert von Molesme und dem Hl. Alberich im Kloster Cîteaux gegründeten benediktinischen Reformordens, der unter Stephan Harding 1108 selbständig wurde und seine liturgische und ordensrechtliche Verfassung erhielt. Der Grundsatz, die Ordensregel auf dem geradesten Weg zu verwirklichen, führte zu der für die Zeit typischen Einfachheit der Liturgie und der Schmucklosigkeit ihrer Kirchen. Der Orden verbreitete sich rasch, vor allem unter dem Einfluß Bernhards von Clairvaux, der die Frömmigkeit der Z. so entscheidend prägte, daß sie auch als "Bernhardiner" bezeichnet wurden. Zum Zeitpunkt seines Todes existierten in verschiedenen europäischen Staaten bereits annähernd 350 Klöster. Die starke Betonung der Handarbeit führte zu großen Leistungen auf dem Gebiet der Landkultivierung, die sich besonders im Zusammenhang mit der deutschen Ostbesiedlung im 12. und 13. Jh. auswirkten.

Templer
Offizielle Bezeichnung Pauperes Commilitones Christis Templique Salomonis (Arme Ritter Christi und des Tempels Salamons).
Wurde 1118 oder 1119 von den französischen Kreuzfahrern unter Hugo von Payens in Jerusalem gegründet. Es war ein Ritterorden, in den meist Söhne der reichsten Feudalgeschlechter Frankreichs eintraten. Obwohl die Tempelherren beim Eintritt das Gelübde des Gehorsams, der Armut und der Keuschheit ablegten, befaßten sie sich - wie die Mitglieder der anderen Mönchsorden - auch mit der Anhäufung von irdischen Reichtümern und mit der Ausbeutung Tausender Leibeigener, die als dienende Brüder auf ihren Gütern und in ihren Burgen arbeiteten. Ihre Kongregation war nach militärischen Prinzipien aufgebaut: Das rangniedrigere Mitglied hatte dem ranghöheren zu gehorchen. Das Haupt, der Großmeister, besaß uneingeschränkte Gewalt; seine Befehle galten als Ausdruck des göttlichen Willens.

Die großzügigen Schenkungen, die Einkünfte aus ihren Gütern und die reichhaltigen "Almosen", die aus allen Teilen der christlichen Welt in die Ordenskassen wanderten, verwandelten ihn mit der Zeit in eines der mächtigsten und reichsten Glieder der katholischen Kirche. In Frankreich spielte er die Rolle eines königlichen Bankiers; der Schatz des Herrschers wurde in der Residenz des Großmeisters, im Tempel, aufbewahrt. Im 13. Jh. besaß der Orden insgesamt 9000 Schlösser, die ganze Insel Cypern befand sich in seinem Besitz (seit 1291, dem Fall Akkos - s. Kreuzzüge); Ordensprovinzen existierten außerdem in England, Italien, Spanien, Portugal, Böhmen und Ungarn. Kirchliche Hierarchen wie weltliche Große fürchteten ihn und beneideten ihn zugleich.

Der Templerorden galt als einer der "zuverlässigsten" in der katholischen Kirche; seine Mitglieder zeichneten sich durch blinde Ergebenheit gegenüber dem päpstlichen Stuhl aus. Man konnte ihnen alles mögliche nachsagen, aber keine Häresie.

Gegen Ende des 13. Jh. wurden die Templer aus Palästina vertrieben. Viele kehrten nach Frankreich zurück, wo Philipp IV., der Schöne, regierte. Dieser brauchte Geld. Auf der Suche nach neuen Mitteln gab er minderwertige Geldstücke aus und konfiszierte jüdisches Eigentum und trieb sie aus dem Lande. Da kamen ihm die Templer gerade recht. Er schuldete ihnen eine halbe Million Livres. Ihnen seinen Sohn als Großmeister hinzusetzen, klappte nicht. Also beschuldigte er sie der Häresie und ging mit unglaublicher Brutalität gegen sie vor:
Sogar der Kirchenhistoriker Vacandard mußte zugeben, daß "möglicherweise niemals die Inquisitionstribunale eine solche Härte und Gewalt zeigten wie im Templer-Prozeß".

Dies geschah 1307. 7 Jahre später, am 18. März 1314 wurden der Großmeister des Ordens Jacques de Molay und der Magister der Normandie Gaufrois de Charney wegen ihrer Aussage, ihre unter der Folter erpressten "Geständnisse" seien Lügen, als "erneut der Häresie verfallen" öffentlich verbrannt - mit dem Segen des Papstes Klemens V., der den Orden 1312 aufgehoben hatte und sich schon bei der Bekämpfung der Apostelbrüder hervortat.

Was das Eigentum und die Schätze der Templer betraf, so blieben sie faktisch in der Hand der französischen Krone und der weltlichen Herren, die von ihnen Besitz ergriffen, obwohl das Konzil beschlossen hatte, sie dem Hospitaliterorden zu übereignen.

Philipp besaß schließlich nicht nur sämtliche Schätze der Templer, sondern zwang auch die Hospitaliter, ihm als Kompensation 200.000 Livres zu zahlen. Insgesamt brachte ihm die Liquidierung nach der Berechnung einiger Historiker die gewaltige Summe von 12 Mill. Livres ein. Das schien seinem Nachfolger noch zu wenig: Ludwig X. knöpfte den Hospitalitern weitere 50.000 Livres ab.

Die Initiatoren des Templerprozesses überlebten ihre Opfer nicht lange. Papst Klemens V. starb einen Monat nach der öffentlichen Verbrennung an Lupus und Philipp der Schöne 8 Monate später durch einen Jagdunfall. Ihr Tod gab Anlaß zu der Legende, daß Molay sie vom Jenseits aus vor den Richterstuhl Gottes geholt habe.

Paul Harding (Pseudonym eines brit. Historikers, der ma. Krimis schreibt) erzählt dazu: "Ehe er (de Molay) starb, forderte er Philipp dazu auf, ihn 'innerhalb eines Jahres vor dem göttlichen Gericht zu treffen' und verfluchte die französische Monarchie außerdem bis in ihr dreizehntes Glied. De Molays Fluch sollte sich erfüllen. Philipp IV. starb innerhalb eines Jahres, seine drei Söhne starben kinderlos, und sein Enkel Eduard III. von England erhob Anspruch auf den französischen Thron und stürzte Europa damit in den Hundertjährigen Krieg. Ludwig XVI., die 'dreizehnte Generation', starb auf der Guillotine, das letzte Gefängnis seiner Familie war der Temple in Paris, das ehemalige Hauptquartier des Templerordens".

Prämonstratenser
(offiziell lat. Candidus et Canonicus Ordo Praemonstratensis), katholischer Orden, zu den Regularkanonikern zählend, 1120 von Norbert von Xanten in Prémontré bei Laon gegründet. - Der Orden entstand aus der ma. Klerikerreform des 11. und 12. Jh., die zu gemeinsamen Leben, Armut und Verbindung von zurückgezogener Beschaulichkeit mit Wanderapostulat führte. Grundlage des gemeinsamen Lebens war die Augustinusregel mit eigenen Statuten: zentral regierter Orden mit regionaler Einteilung (sog. Zirkarie); das einzelne Kloster ist aber selbständig. - In Deutschland wurde das Kloster Magdeburg wichtigstes Zentrum für die Ostbesiedlung und Ostmission.

Johanniter
(Ritterlicher Orden Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem), Ordensgemeinschaft, deren Ursprung in einem alten Hospital für Pilger und Kranke in Jerusalem liegt. Raymund von Puy (*1120, 1160) gab ihr um 1155 eine erste Regel. Rasche Ausbreitung und reicher Besitz vor allem im europäischen Mittelmeerraum. Ab 1137 übernahmen die Johanniter auch die Aufgabe des bewaffneten Grenzschutzes und wurde damit zum geistlichen Ritterorden im eigentlichen Sinn. - 1309 übernahmen sie Rhodos und begründeten hier einen souveränen Ritterstaat. Die Auflösung des Templerordens brachte weiteren Machtzuwachs. Die Johanniter bestanden aus Rittern, die die Ahnenprobe (Adelsprobe - Nachweis und Verfahren zum Beweis legitimer adliger Abkunft in männlicher und weiblicher Linie (für mehrere Generationen) eines Probanden zwecks Erlangung weltlicher oder geistlicher Würden) erbringen mußten, aus Priestern und dienenden Brüdern, den Servienten. An der Spitze stand ein Ordensmeister (seit 1267 Großmeister; heute Herrenmeister), der vom Generalkapitel und acht Großwürdenträgern unterstützt wurde.

Karthäuser
(lat. Ordo Cartusiensis), katholischer Eremitenorden, 1084 in der Grande Chartreuse (Tal von La Chartreuse - Carthusia) bei Grenoble durch Bruno von Köln (um 1030 - 1101) gegründet. 1176 wurden die Konstitutionen des K.ordens vom Papst Alexander III. bestätigt. Danach ist der Karthäuserorden ein streng beschaulicher Orden, der Einsiedler- und Gemeinschaftsleben miteinander verbindet. Die einzelne Kartause wird vom Prior geleitet: der Prior der Grande Chartreuse ist gleichzeitig Generalprior des ganzen Ordens. Im 14. und 15. Jh. entstanden zahlreiche neue Kartausen, die sich der spät-mittelalterlichen Mystik, der Devotio moderna und auch dem Humanismus öffneten. Durch die Säkularisation fast vernichtet, gibt es heute 17 Kartausen mit 391 K.; von den seit 1145 bestehenden Kartäuserinnen gibt es heute noch vier Klöster.

Der Deutsche Orden
(Deutscher Ritter-Orden, Deutschherren), neben Templer- und Johanniterorden bedeutendster geistlicher Ritterorden des MA, entstand aus einer 1190 während der Belagerung von Akko durch Lübecker und Bremer Bürger gestifteten Hospitalgenossenschaft; 1198/99 in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt (Ordenszeichen: schwarzes Kreuz auf weißem Mantel). 1199 Bestätigung der Ordensregel durch Papst Innozenz III. Zentrum seiner Wirksamkeit (vor allem Kampf gegen die "Heiden") war zunächst das Heilige Land. 1291 wurde der Sitz des Hochmeisters (nach dem Fall) von Akko nach Venedig verlegt, 1309 nach Marienburg (Westpr.).

Unter dem bedeutenden Hochmeister Hermann von Salza (1209-39) war der Grund zum Deutschordensstaat gelegt worden, als Herzog Konrad I. von Masowien dem D.O. 1225 als Gegenleistung für die Bekämpfung der Pruzzen das Culmer Land schenkte. Wohl auch aus den Erfahrungen im Burzenland ließ sich Hermann von Friedrich II. in der Goldbulle von Rimini weitgehende Vollmachten ausstellen. Sie sicherte dem D.O. eine so selbstständige Herrschaft zu, wie sie die Reichsfürsten inzwischen besaßen. Eine Einigung mit der päpstlichen Kurie über die Rechtsstellung des D.O. in den zu erobernden Landen, die nicht zum römisch-deutschen Regnum, wohl aber zum Imperium gehörten, erzielte er erst im Jahr 1234, als der Orden schon die ersten Erfolge jenseits der Weichsel erkämpft hatte.

Durch Vereinigung mit dem Schwertbrüderorden 1237 faßte der D.O. in Livland Fuß. Zunächst fand der Orden nur geringen Widerstand. Er ließ die Pruzzen überall Burgen bauen, in deren Schutz deutsche Siedler Dörfer und Städte gründeten. Dagegen empörten sich erstere: die Burgen wurden zerstört, Städte und Dörfer verwüstet (1242-49). Durch Unterstützung eines im Rahmen des 6. Kreuzzuges aufgestellten großen Kreuzfahrerheeres unter Ottokar II. von Böhmen konnte der Aufstand niedergeschlagen werden. Der Orden errichtete 1254 an der Pregel eine Burg, die sie Ottokar zu Ehren Königsberg nannten. Aber erst 1283, nach der Niederwerfung eines weiteren Aufstands (1260-74), war der Krieg beendet.

Dadurch wurde der nicht-germanische Stamm der Pruzzen nahezu vollständig ausgerottet und, wie so oft, wenn man unter die Hegemonie einer anderen Macht gerät, das Sprechen der eigenen Sprache verboten, was sich besonders schwerwiegend auswirkte, da sie keine schriftliche Überlieferung besaßen. Sie konnten also ihre Überlieferung nur noch in der für sie fremden deutschen Sprache tradieren. 1309 verlegte der Orden seinen Sitz von Venedig in das 1276 gegründete Marienburg. Damit begann die große Zeit des Deutschordenstaates. Der Erwerb von Pomerellen mit Danzig 1311 beendete die Freundschaft mit Polen, das Ansprüche darauf gelten machte. Weitere Erwerbungen waren 1346 Estland, 1398 Gotland und 1402 die Neumark. An Litauen biß er sich schließlich die Zähne aus. Zugleich entwickelte er sich zu einem wichtigen Produktions- und Handelsfaktor im Ostseeraum (Getreide, Holzerzeugnisse, Bernstein). Oberhaupt des D.O. war der Hochmeister, welcher der Kontrolle des Generalkapitels unterlag und an den Beirat der 5 Großgebieter gebunden war.

Dominikaner
  (lat. Ordo [Fratrum] praedicatorum, "Predigerorden"), nach den Franziskanern der zweite Bettelorden, gegründet von dem Spanier Dominikus Guzman (um 1170 - 1221), der 1216 von Papst Honorius III. die Erlaubnis zur Gründung eines Ordens erhielt, der in Predigt, wissenschaftlicher Beschäftigung mit Theologie und in der Ketzerbekämpfung seine Hauptaufgaben sah. Die Dominikaner stellten im MA die päpstlichen Hoftheologen; ihre berühmtesten Gelehrten waren Albertus Magnus und Thomas von Aquin. Die Tatsache, daß sie seit 1232 führend in der Inquisition tätig waren, belastete ihr Ansehen; daher ihre wortspielartige Benennung mit "Domini Canes" ("Hunde des Herrn"). Ihr Emblem war ein Hund mit einer brennenden Fackel im Maul. - Sie tragen weißen Habit mit Kapuze und einen schwarzen Mantel.

Die Dominikanerinnen leben nach z.T. unterschiedlichen Regeln in strenger Abgeschlossenheit und bilden einen Zweiten Orden neben den D.  Der Orden war nach der Art einer streng zentralisierten militärischen Organisation aufgebaut - mit einem General an der Spitze, der unmittelbar dem Papst unterstand.

Ordensgeneräle:
Dominikus
Jordan von Sachsen (1222-1237)
Raymond von Peñafort
Johannes Teutonicus
Humbert von Romans
Hermann von Minden (um 1286/87)
Stephan von Besançon
Bernhard von Jusix
Aymerich von Piacenza (ab 1304)
Berengar von Landora (ab 1312)
Herveus Natalis (1318-1323)
Barnabas Cagnoli von Vercelli (ab 1324)

Gegliedert war der Orden nach Provinzen, denen ein Provinzial vorstand. Die deutsche Provinz Teutonia wurde bereits 1221 auf dem Generalkapitel zu Bologna gestiftet. 1303 erfolgte die endgültige Aufteilung des Provinzialgebietes in die nördliche "Saxonia" und die südliche "Teutonia". Damit erhielt der Beschluß erst Gesetzeskraft, da stets die Genehmigung dreier aufeinanderfolgender Generalkapitel notwendig war. Zur Teutonia gehörten die Schweiz und Österreich, Süddeutschland, Rheinland inkl. Köln und Brabant. Sie umfaßte zu diesem Zeitpunkt etwa 32 Konvente. Die Saxonia wurde aus den 47 Klöstern in Meißen, Thüringen, Hessen, Sachsen, der Mark, Slavenland, Friesland, Westphalen, Seeland und Holland gebildet. Im gleichen Jahr wurde die Teutonia in die 4 Nationen Alsatia, Suevia, Bavaria und Brabantia unterteilt. 1308 folgte die Saxonia mit 8 Nationen.

Die Provinz bestand aus Konventen, den einzelnen Häusern und Klöstern des Ordens, denen der Prior vorstand. Die Vermittlung der nach Nationen zusammengefassten Konvente besorgten die Vikare. Die Konvente einer Provinz bildeten das Provinzialkapitel, das jährlich üblicherweise am 8. September (am Tage von Mariae Geburt) zusammentrat. Alle Provinzen bildeten das Generalkapitel, das jährlich zu Pfingsten tagte und u.a. den Ordensgeneral bestimmte.
Siehe auch: Auszüge aus den Konventionen.

Mercedarier
(Ordo Beatae Mariae Virginis de Mercede redemptionis captivorum), katholische Ordensgemeinschaft, 1218 von Petrus Nolascus und Raimund von Peñafort ursprünglich als Ritterorden mit der Aufgabe gegründet, gefangene Christen von den Muslimen freizukaufen; später Bettelorden und auf allen Gebieten der Seelsorge und Mission tätig.

Franziskaner
(offiziell lat. Ordo Fratrum Minorum), Mitglieder des "Ordens der Minderen Brüder", die nach der 1223 von Papst Honorius III. bestätigten Regel des Franz von Assisi leben. Sie gehören zu den sog. Bettelorden; zu ihrer Ordenstracht zählt braunes Habit mit Kapuze, weißer Strick als Gürtel, oft auch Sandalen. - Die Ausbreitung des Ordens erfolgte trotz interner Auseinandersetzungen, die im 13. Jh. zwischen den Spiritualen, die auf wörtliche Regelbefolgung drangen, und den Konventualen, die eine Angleichung an die älteren Orden erstrebten, entstanden waren.

Der Orden verfügte über eine straff zentralisierte Organisation, der von einem Generalminister geleitet wurde und direkt dem Papst unterstand, Franzikus selbst verließ kurz vor seinem Tode den von ihm gegründeten Orden, da dieser ganz und gar nicht den von ihm gewiesenen Weg ging. Sinnigerweise wurde die Spiritualen, die an seiner Lehre festhalten wollten, von der Inquisition als die gefährlichsten Ketzer verfolgt, während der Gründer bereits 2 Jahre nach seinem Tod vom Papst heilig gesprochen wurde.

Karmeliten
(lat. Ordo Fratrum Beatae Mariae Virginis de Monte Carmelo), katholischer Bettelorden, der als Eremitengemeinschaft unter Führung des französischen Kreuzfahrers Berthold (1195) am Berge Karmel entstand. Papst Honorius III. bestätigte 1226 die erste Regel, die ein strenges Einsiedlerleben vorschrieb, das auch bei der Übersiedlung des Ordens nach Europa zunächst beibehalten wurde. Eine Regeländerung 1247 glich den K. den Franziskanern und Dominikanern an; Pflege und Verbreitung der Marienverehrung.

Christusorden
portugiesischer Ritterorden, 1317 nach Auflösung des Templerordens gestiftet und mit dessen Gütern ausgestattet; von besonderer Bedeutung für die portugiesische Kolonisation; 1797 säkularisiert.
König Diniz von Portugal gründet nach dem Konkordat mit der Kirche (1289) den Christusorden, den der Papst Johannes XXII. 1319 bestätigt. Hier sammelten sich viele der vor Philipp IV. geflohenen Templer.

Begriffe

Bettelorden
(Mendikanten), aus der ma. Armutsbewegung entstandene neue Ordenstypen mit Besitzlosigkeit des Klosters und des Ordens, seelsorgerischer Tätigkeit und genossenschaftlichen Verfassungsformen. Sie erwarben ihren Lebensunterhalt aus ihrer Arbeit und Almosen. Ursprünglich Franziskaner und Dominikaner. Später wurden ihnen weitere Ordensgemeinschaften zugerechnet (u.a. Karmeliten, Augustiner).

Hospitaliter
(lat. Hospitalarii), Ordensgemeinschaften, die sich besonders der Krankenpflege in Hospiälern widmen, entstanden vor allem in der Kreuzzugszeit (u.a. Deutscher Orden, Johanniter, Jakobus-Orden, Antoniter, Heiliggeistbrüder) und im 16. Jh. (Barmherzige Brüder und Kamillianer).

Kluniazensische Reform

ma. monastische Erneuerungsbewegung, ausgehend von der Benediktinerabtei Cluny. Auf der Grundlage der Benediktregel diente sie vor allem der Erneuerung des monstischen Lebens und wirkte dem allgemeinen Verfall christlicher Traditionen entgegen, indem eine Verchristlichung des Feudalsystems angestrebt wurde.(s. Kluniazenser).

Noviziat
[lat.], nach kath. Kirchenrecht mindestens einjährige Vorbereitungs-, Einführungs- und Erprobungszeit für Klosterleute vor Ablegung der öffentlichen Gelübde (Novizen); auch Bez. für deren Wohn- und Ausbildungsstätte

Profeß
[lat.-mlat.] (Feierliche) Ablegung der [Ordens]gelübde nach erfolgreichem Noviziat.
[mittellat., zu lat. profiteri "bekennen"], Ablegen der klösterlichen Gelübde durch den Professen, der dadurch dem Klosterverband eingegliedert wird; das kath. Ordensrecht unterscheidet feierlichen und einfachen, zeitlichen und ewigen Profeß (lebenslänglich).

Namen

Hermann von Salza (um 1170 - 20.3.1239)
( Salerno), Hochmeister. - Aus Thüringischem Ministerialengeschlecht, enger Freund und wichtiger Berater Kaiser Friedrich II., den er 1228/29 auf dessen Kreuzzug begleitete; bemühte sich vor allem, die Gegensätze zwischen Kaiser und Papst auszugleichen; ging auf das Angebot Konrads I. von Masowien ein, an der Bekehrung der heidnischen Pruzzen teilzunehmen, um dann gegen den Widerstand des Herzogs den Ordensstaat östlich der Weichsel zu etablieren; arbeitete von Italien aus am Aufbau des Deutschen Ordens.

Autor: Eckhart Triebel