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Kreuzzüge

Allgemein

Die im MA von der Kirche propagierten oder unterstützten Kriege gegen "Heiden" oder Häretiker, v. a. die vom Ende des 11. bis zum Ende des 13. Jh. unternommenen Züge zur Befreiung der heiligen Stätten von islamischer Herrschaft; dabei mischte sich die Wallfahrtsgewohnheit mit der zeitgenössischen Interpretation von Augustinus' "gerechtem Krieg". Die Kreuzzüge waren auch politisch und wirtschaftlich motiviert.
An ihnen nahm nicht nur die Masse der beutelüsternen Ritterschaft teil, sondern auch viele Tausende von Armen und Notleidenden zogen mit, vertrauend auf die Versprechungen des Papstes Urban II., des Initiators des ersten Kreuzzuges, die er auf der Synode zu Clermont im Jahre 1095 machte: "Jerusalem, das ist der Nabel der Welt, das fruchtbarste Land im Vergleich zu allen übrigen Ländern der Welt, buchstäblich ein zweites Paradies ... Wer hier bekümmert und arm ist, wird dort reich und froh sein".

Unter der Fahne der Befreiung des Heiligen Landes bzw. des Heiligen Grabes konnte der römische Papst die Rolle eines Einigers und Hauptes aller christlichen Herrscher übernehmen; mit den Kreuzzügen vermochte man die feudalen Räuberbanden in Europa loszuwerden, die die ländlichen Ortschaften verwüsteten, und mit ihnen alle unruhigen Elemente und alle, die es nach irdischen Gütern gelüstete. Im Falle eines Mißlingens verlor der Stellvertreter Gottes nur seine tatsächlichen oder potentiellen Rivalen; ein Sieg über die Ungläubigen aber verhieß ihm unermeßliche Reichtümer und ewigen Ruhm. Besonders die ersten Kreuzzüge dienten der Festigung der Autorität des Papstes und nährten die Illusion, er sei imstande, die Qualen der Leidenden und Bedürftigen zu lindern. Und obgleich diese Hoffnungen und Träume teilweise schon nach dem ersten Kreuzzug in beträchtlichem Maße dahinschwanden - als nämlich klar wurde, daß von ihm nur die kirchliche Hierarchie und die Führungsschicht der Kreuzfahrer profitiert hatten -, so brachte doch die Idee der Befreiung des Heiligen Grabes dem Papsttum noch lange nicht nur materielle, sondern auch geistige Dividende.

Schon vor dem 1. Kreuzzug gewährte Papst Alexander II. 1063/64 den christlichen Kriegern im Kampf gegen die Muslime in Spanien und Sizilien einen Ablaß. In Spanien trugen vor allem König Alfons VI. von Kastilien-Léon (1072-1109) und Rodrigo Diaz (~1043-1099), der unter dem maurischen Beinamen Cid (Herr) zur Hauptfigur der span. Heldendichtung wurde, die "Reconquista" gegen die Mauren weiter in den Süden (1085 Toledo) und Osten vor. Die Normannenfürsten Roger und sein Bruder Robert Guiscard begannen mit der Eroberung Siziliens, bis Roger 1091 den letzten muslimischen Stützpunkt seiner Herrschaft einverleiben konnte. Ein knappes Jahrzehnt vor dem 1. Kreuzzug unternahmen die Seehandelsstädte Genua und Pisa einen erfolgreichen Kriegszug gegen die Sarazenen, den Papst
Viktor III. protegierte.

1. Kreuzzug (1096-99)

  Ein Heer von über 100.000 Mann brach im August 1096 auf. Am 15. Juli 1099 nahm Gottfried von Bouillon IV. von Niederlothringen Jersualem ein und bildete ein Königreich mit Lehnsstaaten, was 1101 ein zweites Heer von über 200.000 Mann in Bewegung setzte, das wohl überwiegend aus Abenteurern, Glücksrittern sowie entlaufenden oder amnestierten Verbrechern bestand und fast gänzlich durch die kampferprobten Seldschuken in Kleinasien zugrunde ging. (Erst 1187 wurde Jerusalem durch Sultan Saladin zurückerobert, was den Ausschlag für den 3. Kreuzzug gab). Sein Bruder und Nachfolger Balduin trug erstmals den Titel eines Königs von Jerusalem. Die Schwäche der Kreuzfahrerstaaten durch Streitigkeiten der Fürsten ermöglichte dem Islam 1144/45 die Rückeroberung von Edessa. Sie gab den Anstoß für den Aufruf Bernhards von Clairvaux zum

2. Kreuzzug (1147-49)

an dem sich der Staufer Konrad III., Ludwig VII. von Frankreich und Roger II. von Sizilien beteiligten. Der Zug von etwa 140.000 Menschen scheiterte aber bereits auf dem Marsch durch Kleinasien (während englische, flämische und friesische Kreuzfahrer, die über See unterwegs waren, 1147 bei der Eroberung der bis dahin islamischen Stadt Lissabon entscheidende Hilfe leisteten. Man schätzt, daß nur etwa 1/10 in die Heimat zurück kehrten. Nach der Einnahme Jerusalems durch Sultan Saladin (1187) kam es zum

3. Kreuzzug (1189-92)

als einem Reichskrieg unter Führung von Kaiser Friedrich I. Wegen Zwistigkeiten zwischen den ebenfalls teilnehmenden Königen Philipp II. von Frankreich und Richard I. Löwenherz von England nach dem Tode Friedrichs (1190) führte der Kreuzzug lediglich zur Eroberung von Akko durch Richard.

Der 4. Kreuzzug (1202-04)
endete unter Bonifatius II. von Montferrat und dem 94-jährigen venezianischen Dogen Enrico Dandalo (unter der Regie von Papst Innozenz III.) mit der Eroberung Konstantinopels.
Am 17. Juli 1203 erlag die byzantinische Hauptstadt, die etwa 900 Jahre lang den Eroberungsversuchen selbst der Perser und Araber getrotzt hatte, dem Ansturm der Kreuzfahrer. Nach einem Intermezzo wurde die Stadt am 13. April 1204 nochmals erobert. Damit wurde die Stadt zweimal furchtbar geplündert und dreimal in Brand gesteckt.[2] Viele Bewohner der Stadt, die mit wohl weit mehr als 100.000 Einwohnern die volkreichste Europas war, wurden ermordet. Zahlreiche Denkmäler und Kunstwerke wurden zerstört oder erbeutet. Wie die Beute (im Werte von etwa 400.000 Mark Silber) wurde daraufhin das byzantinische Reich unter den Eroberern aufgeteilt, wobei sich der Doge allein 3/8 und die Hauptstadt sicherte. Das sog. Lateinische (das nur 57 Jahre dauerte) und zwei griechische Reiche wurden gegründet. Durch die Aufsplitterung schied diese Europa und Asien verklammernde Macht als Autorität und Mitgestalterin des politischen Kräftespiels in Europa aus.

1212
fand, ausgehend von Vendôme und den Rheinlanden, ein
Kinderkreuzzug
mehrerer tausend 10-15jähriger statt, die größtenteils unterwegs umkamen bzw. in die Sklaverei gerieten.
Zehntausende von Kindern aus Niederlothringen, den Rheinlanden und aus Frankreich machten sich in ihrer naiven Begeisterung auf nach Palästina. Tausende finden beim Alpenübergang den Tod, andere kommen bis Genua, können sich aber nicht einschiffen und kehren entweder um oder ziehen weiter südwärts. Zahlreiche geraten schließlich in die Sklaverei nach Nordafrika.

Den 5. Kreuzzug (1228/29)
unternahm Kaiser Friedrich II. nach der Bannung durch Papst Gregor IX. Friedrich erhielt in einem zehnjährigen Friedensvertrag mit Sultan Al Malik Al Khamil u.a. Bethlehem, Nazareth und Jerusalem, wo sich der Kaiser zum König von Jerusalem krönte. Jerusalem ging bereits 1244 wieder verloren. Zwischen den Kreuzzügen konnten die Kreuzfahrerheere auch für profanere Angelegenheiten eingesetzt werden. So halfen sie den Deutschordensrittern bei der Niederschlagung eines Aufstandes der Pruzzen (1247) oder sie durften widerspenstige Bauern, die der Ketzerei beschuldigt wurden, niedermachen (1234).

6. Kreuzzug (1248-54)

Ludwig IX. von Frankreich wählte den Weg über Ägypten, wo er nach der Eroberung von Damiette mit seinem Heer in Gefangenschaft geriet, aber gegen Lösegeld freigelassen wurde. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich trat die Vorherrschaft der italienischen Seestädte in den urbanen Zentren und die Übermacht der aus der Kreuzzugsbewegung hervorgegangenen Ritterorden auf dem flachen Lande noch deutlicher hervor. Die Konkurrenz zwischen dem Johanniter- und dem Templerorden, die zeitweise sogar zu offenen Kriegen führte, und die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen den italienischen Seemächten Venedig, Genua und Pisa um die Vorrangstellung im östlichen Mittelmeer haben zum Niedergang der Kreuzfahrerstaaten wesentlich beigetragen.

Den 7. Kreuzzug (1270)
unternahm Ludwig 1270 nach Tunis. Die Geschichte der Kreuzfahrerstaaten endete mit der Einnahme Akkos 1291 durch die Muslime.

Die Gegenseite
Saladin (1137/38 - 4.3.1193)
  * Tikrit (Irak), Damaskus
Eigentlich Salah Ad Din Jusuf Ibn Aijub, Sultan von Syrien und Ägypten (seit 1175). - Begründer der Dynastie der Aijubiden, von kurdischer Abstammung; setzte 1171 den Fatimidenkalifen Nur Ad Din ab, bemächtigte sich Syriens und dehnte seine Macht bis Aleppo und Mosul aus. Am 2. Oktober 1187 nahm er Jerusalem ein. Mit den militärischen Erfolgen verband Saladin eine Politik der inneren Stärkung des sunnitischen Islams durch Stiftung von Bildungseinrichtungen. Seine starke ritterliche Persönlichkeit verschaffte ihm auch im Abendland Ruhm.

Autor: Eckhart Triebel