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Geschichte
Konziliengeschichte im Mittelalter

Allgemein

13. Jahrhundert
Fest-Gottesdienste in Form der Reim-Offizien in der Vulgärsprache mit verteilten Rollen und eingeschalteten Liedern (prosen). Neigung zu Parodie und Verweltlichung.
Die Taufe durch Benetzen mit Wasser wird üblich (nicht mehr Ganztaufe). Dem Laien wird das Abendmahl nur noch in der Form des Brotes gereicht.

Nach einer Zeit der Abhängigkeit des Papsttums vom römischen und mittelitalienischen Adel (auch Saeculum obscurum) begann auf dem Hintergrund kirchlicher Reformbewegungen (Kluniazensische und gregorianische Reform) mit den von Kaiser Heinrich III. designierten deutschen Päpsten des 11. Jh. der unmittelbare Aufstieg des Papsttums zur geistlichen Vormacht im Abendland. Das Kardinalskollegium entwickelte sich jetzt rasch zu einer Körperschaft, die fortan dem Papst in der Regierung der Gesamtkirche zur Seite stand (in engem Zusammenhang damit die Entstehung der röm. Kurie). Die Gegensätzlichkeit der Auffassungen von königlicher und päpstlicher Gewalt führte unter Gregor VII. zum Konflikt mit Kaiser Heinrich IV. im Investiturstreit.

Das verstärkte politische Engagement des Papsttums seit der gregorianischen Reform barg auch schwere Gefahren: "Verweltlichung", Macht- und Geldgier, übertriebene Zentralisation. Im Vordergrund der zweiten großen Auseinandersetzung des Papsttums mit dem Kaisertum, unter den Staufern, stand im 12. Jh. die kaiserliche Hoheit in Italien, dann der päpstliche Widerstand gegen die Vereinigung des Normannenerbes Sizilien mit dem staufischen Kaisertum. In der "geistlichen Weltherrschaft"

Innozenz' III. erreichte das mittelalterliche Papsttum den Höhepunkt seiner Macht, doch waren die folgenden Pontifikate überschattet von den grausamen Kriegen gegen Katharer und Waldenser, von problematischen Kreuzzügen, vor allem von der sich verschärfenden Auseinandersetzung mit Kaiser Friedrich II. bis zum Vernichtungskampf gegen alle Staufer.

Der "Schutz" seitens der von den Päpsten nach Italien gerufenen Anjou endete letztlich in der weitgehenden Abhängigkeit des Papsttums vom französischen Königtum: 1309-77 residierten die Päpste in Avignon (Avignonsches Exil). Es erhob sich radikale, grundsätzliche Kritik am Papsttum selbst und an der politisch-gesellschaftlichen Ordnung ("Defensor pacis" des Marsilius von Padua, J. Wyclif, J. Hus u.a.). Das Exil hatte das Papsttum so geschwächt, daß es 1378 zum Abendländischen Schisma kam. Die Krise wurde verschärft durch den Konziliarismus (Konstanzer Konzil).

Allgemeine Konzilien
(Einberufen von Päpsten. Sprache: Latein)
Lateranum I. (1123)
9. Allgemeines Konzil unter Kalixtus II.
Bestätigung früherer Dekrete über den Gottesfrieden und des Wormser Konkordats (s.a. Investiturstreit).Latein wird zur offiziellen Sprache erklärt und alle Klerikerehen für ungültig.

Lateranum II.
(1139)
10. Allgemeines Konzil unter Innozenz II.
Verurteilung des Schisma von Gegenpapst Anaklet II. Neudefinition der Simoniebestimmungen. Verdammung des Arnaldo da Brescia, der 1143 einen Aufstand des römischen Senats gegen den Papst ausgelöst hatte. Die damit beginnenden Wirren währten vierundvierzig Jahre (bis 1189).
Das Verbot der Priesterehe (von 1074) wird verschärft, indem die Geistlichen exkommuniziert und die Ehen für ungültig erklärt werden.

Lateranum III. (1179)
11. Allgemeines Konzil unter Alexander III.
Bestätigung des Frieden von Venedig. Neuordnung der Papstwahl im Sinne der Zweidrittelmehrheit. Verurteilung der neomanichäischen Irrlehren der Katharer, Waldenser und Albigenser. Heiligsprechungen bleiben endgültig dem Heiligen Stuhl vorbehalten. Vorschriften zur Laienpredigt; Ausweitung des Kreuzzugsablasses.

Lateranum IV.
(1215)
12. Allgemeines Konzil unter Innozenz III., eröffnet am 11. November.
Behandlung der Lehre der Albigenser und anderer Glaubensfragen (z.B. Transsubstantiation); Bestimmung, daß Juden besondere Kleidung tragen sollten. Anerkennung von Friedrich II., Maßnahmen gegen die Albigenser und Verurteilung einer Schrift des Joachim von Fiore. Beschluß zu einem weiteren Kreuzzug.
Über 1200 Bischöfe, Äbte und Prälaten fassen außerdem den Beschluß, das Gottesurteil als Mittel der Rechtsfindung zu verbieten. Bislang war es üblich, Verdächtige mittels Feuer- und Wasserprobe zu prüfen.
Außerdem wird bestimmt, daß Laien jährlich beim Gemeindepfarrer beichten müssen.

1. Konzil von Lyon
(28.6. - 17.7.1245)
13. Allgemeines Konzil unter Innozenz IV.
mit etwa 100 Bischöfen vor allem aus Frankreich und Spanien. Das Konzil verabschiedete Dekrete über das kirchliche Prozeßrecht, die Wirtschafts- und Verwaltungsreform des kirchlichen Besitzes, die Kreuzzugsfrage und die Hilfe für das "Lateinische Kaiserreich". Am letzten Tag wurde Friedrich II. als Kaiser abgesetzt, wodurch der Streit zwischen Papst und Kaiser verschärft wurde.

2. Konzil von Lyon
(7.5. - 17.7.1274)
14. Allgemeines Konzil unter Gregor X.
Mehr als 200 Bischöfe nahmen teil. Für den kommenden Kreuzzug (der dann nicht stattfand) bewilligte das Konzil den Zehnten aller kirchlichen Einkünfte für sechs Jahre. Zwecks Einigung mit der Ostkirche trafen am 24.6. die Gesandten des Byzantinischen Kaisers Michael VIII. Palaiologos ein. Sie erkannten das Primat der Römischen Kirche, das Filioque (wonach der Heilige Geist vom Vater und vom Sohn ausgeht), die Lehre vom Fegefeuer und die sieben Sakramente an. Diese Union hatte jedoch keinen Bestand. Außerdem wurden neue Konklavebestimmungen verabschiedet, um eine erneute Vakanz wie bei der Wahl des jetzigen Papstes für die Zukunft auszuschließen.

Konzil von Vienne
(1311/12)
15. Allgemeines Konzil unter Klemens V.
Auf Antrag aus Deutschland (wohl von rheinischen Prälaten) wurde der Status der Beginen generell verboten sowie das Tragen eines ordensähnlichen Habits unter Androhung der Exkommunikation. Das betraf zunächst die umherschweifenden Beginen und Begarden. Außerdem wurden Privilegien der Mendikanten (wie z.B. die Predigtvollmacht und das Beichthören) zurückgenommen bzw. erheblich eingeschränkt, was auch die Frauenseelsorge (cura monialium) der Predigerbrüder betraf. Dies nahm die Weltgeistlichkeit in vielen Gegenden zum Anlaß, nicht nur gegen die Beginen, sondern auch gegen Bettelorden vorzugehen und den Mendikanten ihre geistliche Betreuung abzusprechen. Ebenfalls ins Gewicht fiel die Erneuerung der Bulle super cathedram Bonifaz' VIII. auf besonderen Wunsch der Bischöfe: Die Mendikanten mußten von den Gebühren für die Exequien, von Schenkungen oder Zuwendungen jeder Art anläßlich einer Krankheit oder des Todesfalls den vierten Teil an den zuständigen Pfarrer abliefern. Das traf die Dominikaner besonders (so wurden sie z.B. in Straßburg in 28 letztwilligen Verfügungen zwischen 1289 und 1332 24 Mal - zehn als Erben - bedacht), da sie zum einen über die eher "reicheren" Frauenklöster verfügten, andererseits aber aufgrund der zunehmenden Beginenverfolgungen immer mehr Konvente als Klöster übernehmen mußten, die alles andere als begütert waren. Noch hat der Orden eine kleine Schonfrist, da die Dekrete erst 1317 veröffentlicht werden.

Außerdem wurde u.a. die Errichtung von Lehrstühlen für Hebräisch, Arabisch und Chaldäisch an den Universitäten Paris, Oxford, Bologna und Salamanca angeordnet.

Konstanzer Konzil,
(5.11.1414 - 22.4.1418)
16. Allgemeines Konzil
Einberufen auf Initiative König Sigismunds durch Papst Johannes XXIII. Die Aufgaben des K.K. waren: Beilegung des Abendländischen Schismas ("causa unionis"), Überwindung der Häresie ("causa fidei") und Kirchenreform ("causa reformationis"). Über die "causa fidei" entschied das K.K. mit der Verurteilung der Lehren Wyclifs (4. Mai 1415) und dem Todesurteil gegen deren führende Vertreter Jan Hus und Hieronymus von Prag.
In der "causa unionis" verkündete das K.K. in dem Dekret "Sacrosancta" die Superiorität der Synode über den Papst (auch Konziliarismus). Nach der Absetzung bzw. Rücktrittserklärung dreier Päpste wurde mit der Wahl Martins V. (11. Nov. 1417) die kirchliche Einheit wiederhergestellt.

Begriffe

Epistel

[gr.-lat.]
1. Sendschreiben, Apostelbrief im Neuen Testament.
2. vorgeschriebene gottesdienstliche Lesung aus den neutestamentlichen Briefen und der Apostelgeschichte. In der katholischen Liturgie früher Bezeichnung für die erste Lesung der Messe.
Konziliarismus
[lat.], Bezeichnung für die Auffassung, daß das Konzil und nicht der Papst allein die höchste Instanz in der Kirche sei. Der Ursprung des K. liegt in der ma. Kanonistik; praktische Bedeutung erlangte er im großen Abendländischen Schisma (Konstanzer Konzil). Trotz mehrfacher Verurteilung des K. durch die Päpste wurden Gedanken des K. bis zum 1. Vatikan. Konzil (1869/70) immer wieder vertreten.
Lateran
[benannt nach den früheren Besitzern, der römischen Familie der Laterani], päpstlicher Palast und Basilika in Rom. Das 326 von Konstantin d. Gr. der Kirche geschenkte Gelände (mit Bauten) war bis 1308 päpstliche Residenz. Die Basilika San Giovanni wird heute noch als "mater et caput omnium ecclesiarum" (Mutter und Haupt aller Kirchen der Welt) bezeichnet.

Autor: Eckhart Triebel