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Musik

Allgemein

11. Jahrhundert
  Die frühmittelalterliche Art der mehrstimmigen Komposition, bei der die zweite begleitende Stimme im Notenbild immer unter der Hauptstimme bleibt ("Organum"), wird durch Stimmkreuzungen belebt
  Mehrstimmiger Gesang verdrängt allmählich einstimmigen gregorianischen Choral
  "Sys willekommen heirre kerst", ältestes deutsches Weihnachtslied

12. Jahrhundert

  Um 1100 ist die seit Gregor VII. begonnende Regelung der Kirchenmusik im wesentlichen abgeschlossen: 8 Kirchentonarten (4 Haupt- und 4 Neben-Tonarten im Anschluß an die griech.). Feststehende Messegesänge; Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus, Agnus und gelegentliche: Introitus, Graduale, Hallelujah (mit Sequenz), Offertorium, Communio

13. Jahrhundert

  Um 1200 Aufkommen von Becken als musikalisches Schlagzeug; Herausbildung eines berufsmäßigen Bardentums in Irland
  Geistliche Lieder in deutscher Sprache neben den lateinischen Kirchenliedern (meist sog. "Leisen" nach "kyrie eleison")
  Kanon als strenger Kontrapunkt. Verbot der Oktavparallelen

14. Jahrhundert

  Um 1300 beginnt in Italien die Renaissance der Musik mit der Ausbildung einer ausdrucksstärkeren weltlichen Liedkunst: Madrigal (Lied von Einzelinstrumenten begleitet mit Vor-, Zwischen-, Nachspielen), Balata (Tanzlied) und Caccia (lebhafter zweistimmiger Kanon über Instrumentalbaß) verdrängen Motetus
  Ritterlicher Minnesang geht in den bürgerlichen Meistergesang über (letzte Vertreter des Minnesangs noch im 15. Jh. Es sind etwa 300 Minnesänger und Gedichte von 160 bekannt)
  Blütezeit der nordfranzösischen Berufsspielleute ("Jongleure")

Begriffe

Ars antiqua

(lat."Alte Kunst") in der französischen Musik: mehrstimmiger Stil unter Verwendung der Mensuralnotation: Organum und Discantus in einfacher Gegenbewegung; dreistimmiger Motetus mit Cantus firmus in der Mittelstimme; Hoquetus ["Schluchzer"] mit zerhackter Stimmführung; Conductus mit freier Erfindung der Stimmen; Rondellus als erste Art kanonisch nachahmender Stimmführung. Mehrstimmiger einfacher Kontrapunkt mit Ténor (Träger) und Diskant (bis zum 14. Jh.). Bisherige einfachere Zweistimmigkeit mit Quart- und Terz-parallelen tritt zurück gegenüber einem aufgelockerten Kontrapunkt in Gegenbewegung.
Bezeichnet den Zeitraum, in dem die Mensuralmusik ausgebildet wurde; Hauptform ist die Motette. Die A.a. wurde von Papst Johannes XXII. 1324/25 als einzige mehrstimmige Musik in der Kirche erlaubt.

Ars nova
(lat. "Neue Kunst"), Titel einer Schrift von Philippe de Vitry um 1320 in Paris, die vor allem die neue Art der Mensuralnotation (13. - 16. Jh., Vorläufer der heutigen Notenschrift) betrifft. Die wichtigsten Neuerungen sind die Gleichberechtigung der zweizeitigen Mensur (Maß, das die Geltungsdauer der einzelnen Notenwerte untereinander bestimmt) neben der bis dahin herrschenden dreizeitigen sowie die stärkere Unterteilung der Notenwerte zur Darstellung rhythmischer Feinheiten. Die Hauptformen der A.n. sind die isorhythmische Motette und die 2-4-stimmigen Balladen, Rondeaux und Virelais (G. de Machaut).

Choralnotation

Die zur Aufzeichnung der Melodien des Gregorianischen Gesangs aus den Neumen entwickelte Notenschrift, mit der auf Linien der Melodieverlauf und die Notenverteilung auf die Textsilben fixiert werden. Es gibt zwei Formen: die Quadratnotation (römische C.), die an der quadratischen Form der Noten erkennbar ist, und die gotische oder deutsche C. (auch Hufnagelnotation), die in Parallele zur gotischen Schrift rautenförmige Noten ausbildet.

Harfe

In Form der Rahmenharfe (der Rahmen entsteht durch Hinzufügung einer Vorderstange) tauchte die H. im 8. Jh. auf den britischen Inseln und um 1000 auf dem europäischen Festland auf. Die im MA etwa 7-25 Saiten waren diatonisch, seit dem 16. Jh. auch chromatisch gestimmt.

Klavichord

Ein im 14. Jh. aus dem Monochord entwickeltes Tasteninstrument, dessen quer zur Tastatur verlaufende Saiten von in den Tastenenden befestigten Metallstiften ("Tangenten") angeschlagen werden. Die Tangenten bleiben so lange in Kontakt mit der Saite, wie der Spieler die Taste niederdrückt. Dieselbe Saite (bzw. der Saitenchor) kann für verschiedene Tonhöhen (bis zu fünf) verwendet werden.

Mensuralnotation

Die im 13. Jh. entstandene und bis zum ausgehenden 16. Jh. gültige Notenschrift. Im Gegensatz zu der nur die Tonhöhe bezeichnenden Choralnotation und der in ihren Zeichen noch mehrdeutigen Modalnatation zeichnet sich die M. durch rhythmische Differenzierung ihrer Noten- und Pausenzeichen aus.

Modalnotation

Musikalische Notenschrift des 12. und frühen 13. Jh., die vor allem zur Aufzeichnung der mehrstimmigen Kompositionen der Notre-Dame-Schule Verwendung fand. Im Gegensatz zur rhythmisch freien Quadratnotation (Choralnotation), von der sie ausgeht, dient die M. der Unterscheidung verschiedener dreizeitiger Rhythmen.

Monochord

Antik-ma. Instrument, das die Zusammenhänge zwischen Tonhöhe und Saitenlänge deutlich macht. Es besteht in der Regel aus einem länglichen Resonanzkasten, über den eine Saite gespannt ist, die durch einen verschiebbaren Steg in zwei Abschnitte geteilt wird. Das Verhältnis der Saitenlängen von 1 : 2 ergibt die Oktave, das von 2 : 3 die Quinte usw.; diente seit dem 10. Jh. theoretischen wie praktisch-pädagogischen Zwecken.

Motette

[italien., zu vulgärlat. muttum "Wort" (eigtl. "Muckser")], eine der zentralen Gattungen mehrstimmiger Vokalmusik der abendländischen Musikgeschichte; ihr Ursprung liegt in der nachträglichen (zunächst lat., später frz.) Textierung von Discantus-Oberstimmen des Notre-Dame-Repertoires. Noch im 13. Jh. verselbständigte sich die M. zur wichtigsten Gattung der Ars antiqua sowohl im weltlichen wie auch im geistlichen Bereich. Mit Zentrum in Frankreich war die M. im 14. Jh. bereits auf dem ganzen Kontinent verbreitet. Ihre Veränderungen durch artistische Kompositionstechniken belegen die M. von Guillaume de Machault.

Tanz

Judentum und frühes Christentum kannten den sakralen T., den die Kirche im frühen MA wegen seiner Weltlichkeit ebenso ablehnte wie die aus kirchlicher Sicht entarteten Tänze der Spielleute, Gaukler und des Volkes.[3] Nach der Beseitigung der alten kultischen Tanzbräuche beginnen die verschiedenen Stände im 12. Jh. neue Tanzformen zu entwickeln (u.a. Volkstänze nach Tanzliedern, die ab etwa 1300 zum Ausgangspunkt mehrstimmiger Kunstlieder werden).

Namen
Leoninus

Frz. Magister und Komponist der 2. Hälfte des 12. Jh. - Bedeutender Komponist der Notre-Dame-Schule, der den (zweistimmigen) "Magnus liber organi de gradali et antiphonario" schuf (wohl zwischen 1163 und 1182 für Notre-Dame in Paris geschrieben).
Hauptmeister der Ars antiqua. Schreibt dreistimmige Organalsätze, verwendet Rhythmus im Sinne der Versmetrik; freierer Kontrapunkt der Motetusform.

Philippe de Vitry
(31.10.1291 - 9.6.1361)
Frz. Geistlicher, Musiktheoretiker und Komponist. - Befreundet mit Petrarca; 1351 zum Bischof von Meaux ernannt. Als Komponist von Motetten ist er neben G. de Machault der Hauptmeister der Ars nova.

Guillaume de Machault
(1300/05 - April 1377)
Frz. Dichter und Komponist. - Außer Gedichten sowie Versromanen im Stil der Zeit sind von G. mehr als 140 Kompositionen (Motetten, 1 Messe, Lais, Balladen, Rondeaux, Virelais) überliefert. Mit Phillipe de Vitry ist er der bedeutendste Vertreter der Ars nova. Neben die grundlegende Technik der isorhythmischen Motette tritt bei ihm erstmals gleichrangig der Kantilensatz.

Perotinus Magnus
(1. Hälfte des 13. Jh.)
[frz. Pérotin]. Frz. Komponist. - Bedeutendster Komponist des 13. Jh., in der Nachfolge des Leoninus Hauptmeister der Notre-Dame-Schule in Paris; erweiterte die zweistimmigen Organa des "Magnus liber organi de gradali et antiphonario" von Leoninus zur Drei- und Vierstimmigkeit, verkürzte sie und komponierte neue Abschnitte hinzu, in denen alle Stimmen rhythmisch festgelegt sind.

Autor: Eckhart Triebel