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Sakralbauten des Mittelalters


Die Kathedrale von Chartres
Notre-Dame in Chartres ist das erste Werk der klassischen Hochgotik. Das der frühgotischen Phase zuzurechnende dreiteilige Stufenprotal im Westen, das sog. Königsportal, stellt in den Portalfiguren das gesamte Weltbild des ma. Menschen als ein unteilbares Ganzes im Glauben dar. Die Gewändefiguren gehören zu den ersten großfigurigen Darstellungen seit der Antike. Sie sind fast vollrund gemeißelt, stehen allerdings noch nicht frei, sondern bilden zusammen mit den Säulen ein Werkstück. Die Portalanlage als Ganzes hatte starken Einfluß auf die riesigen Dreiportalanlagen der Hochgotik wie z.B. in Amiens oder Reims.

Die Kathedrale von Santiago de Compostela
Die in Galicien gelegene Stadt beherbergt in ihrer Kathedrale die Gebeine des Hl. Apostel Jakobus. Sie ist deshalb neben Jerusalem und Rom das wichtigste Pilgerziel der christlichen Welt. Wallfahrtswege (sog. "Jakobswege") Treffen sich hier.   In ihren ältesten Teilen frühromanisch; die Puerta de las Plateríás gehört zu den bedeutendsten romanischen Figurenportalen; Einwölbung des gewaltigen Mittelschiffes. Hinter der spätbarocken Westfassade verbirgt sich die um 1188 vollendete Vorhalle.

Der Kölner Dom

Auf den Fundamenten einer romanischen Kirche des 9. Jh. und im ganzen über 10 damals teilweise unbekannten Bauschichten, die bis in die römische Kolonialzeit reichen, wollte schon Erzbischof Engelbert I. (1216-1225, ermordet) eine neue Kathedrale errichten lassen, wofür er große jährliche Zuwendungen in Aussicht gestellt hatte. Erst zwischen April 1246 und November 1247 faßte das Domkapitel den Beschluß, mit dem Neubau zu beginnen. Am 13. April 1248 folgte ein Vertrag zur Finanzierung des Unternehmens. Am 15. August fand die Grundsteinlegung zum Neubau durch Erzbischof Konrad von Hochstaden (1238-1261) statt, der zum ersten gotischen Bau in Deutschland nach französischem Vorbild werden sollte.
Unter dem ersten Dombaumeister Gerhard wurden die sieben Kapellen des Chorumgangs errichtet und die Achskapelle fertiggestellt und verglast, in der Konrad von Hochstaden 1261 bestattet wurde. Der zweite Baumeister Arnold (nachgewiesen 1271-1299) vollendete das ganze Erdgeschoß des Chores und der Querhaus-Ostseite unterhalb des Abschlußgesimses. 1277 wurde der noch bestehende Teil der gotischen Sakristei errichtet. Um 1300 dürfte der Hochchor mit seinem reichen Strebewerk baulich vollendet gewesen sein. 1308-11 wurde das Chorgestühl geschnitzt und aufgestellt und um 1310 die Verglasung der 15 großen Obergadenfenster vollendet. Anläßlich einer Provinzialsynode fand 1322 die feierliche Schlußweihe des Chors statt.
Danach schleppt sich der Weiterbau dahin, bis er in den Jahren 1842 bis 1880 endlich fertiggestellt werden kann. Die bedeutensten Ausstattungsmerkmale stammen überwiegend aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts: Chorgestühl, Chorpfeilerfiguren, Hochaltar, Dreikönigenschrein, Königsfenster und Mailänder Madonna stammen aus dem Zeitraum 1315-1320, um 1330 kommen noch die Chorschrankenmalereien und um 1440 das Dombild hinzu.

Die Predigerkirche zu Erfurt
Im Jahre 1228 kamen Dominikaner nach Erfurt und gründeten ein Jahr später dort ihr Kloster, vermutlich ein sehr schlichtes Gebäude; 1238 war die Weihe der ersten steinernen Kirche. Seit 1270 bis ins 14. Jh. entstand eine dreischiffige, hallenartige Pfeilerbasilika, deren Mittelschiff sich nur wenig über die hohen Seitenschiffe erhebt, eines der schönsten Gotteshäuser der Stadt. 1279 war der Chor vollendet, um 1300 bis 1320 die außergewöhnlichen Chorschranken, nach 1400 der Lettner; 1445 stand das Langhaus fertig gewölbt, 1488 kam an der Südseite ein schmuckloser Glockenturm hinzu. Das Kircheninnere präsentiert sich als feierlicher Raum, für einen Bettelorden ungewöhnlich mystisch-geheimnisvoll durch das Licht, das indirekt aus den verborgenen Fenstern einfällt, dem gotischen Gewölbe Leichtigkeit, Schwerelosigkeit verleiht und schwebende Helldunkel-Effekte erzeugt.

Der Schiefe Turm von Pisa
(Torre pendente)
Ab 1173 entsteht der Campanile mit seinen sechs Säulengalerien. Schon während der Bauzeit neigt sich der Turm infolge einer Bodensenkung nach Südosten ("Schiefer Turm"). Die Form des frei stehenden Glockenturms spielt vor allem in der frühchristlichen und ma. Baukunst Italiens eine große Rolle, während er z.B. in Deutschland keine Verwendung findet.

Die Abteikirche von Saint Denis

Der Schöpfungsbau der Gotik war der Neubau der Abteikirche, der Grabkirche der französischen Könige, den Abt Sugar von 1137 bis 1151 aufführte. Der gleiche, der als Berater und Vertreter des Königs Ludwig VII. dessen Zentralgewalt über die partikularen Tendenzen stärkte, hat künstlerisch die Stile der Provinzen zur Grundlage für einen Nationalstil verschmolzen. An St. Denis wurde zuerst das Kreuzrippengewölbe aus der Normandie mit den Spitzbogen aus Burgund und dem Strebewerk vereinigt, wie an den Skulpturen der Fassade Bildhauer aus verschiedenen Landesteilen tätig waren.

Der Dom zu Speyer
Einer der großen Kaiserdome am Rhein. In zwei Bauphasen errichtet: 1. von Kaiser Konrad II. um 1030, 1061 geweiht; 2. kurz vor 1082 von Kaiser Heinrich IV. um 1106 vollendet.
Vertikalgliederung, Skelettbauweise des Mittelschiffs, gewölbte Seitenschiffe (Speyer I.), Quaderbauweise, Blendgliederung der Apsis, Zwerggalerie, Vierungsturm, Erfindung des gebundenen Systems mit Doppeljochen und großformatigen Kreuzgratgewölben. Hinzu kommen noch die Kreuzrippengewölbe in den Querschiffen, wahrscheinlich die ersten in der Architekturgeschichte.

Das Straßburger Münster

Eins der bedeutendsten Bauwerke des Mittelalters, nicht einheitlich in Plan und Ausführung, da seine Bauzeit von der späten Romanik bis in die späte Gotik reicht. An der Stelle einiger Vorgängerbauten begann Bischof Werinher 1015 den Bau einer dreischiffigen Basilika mit Querhaus, Chor und Westbau, die bei einem Brand 1176 vernichtet wurde, deren Grundriß jedoch bei dem folgenden spätromanisch-gotischen Neubau beibehalten wurde. Das Ganze gliedert sich zeitlich und stilistisch in drei Hauptteile. 1. Chor (über der erhaltenen ottonischen Krypta Anfang 11. Jh., erweitert um 1080) und südliches Querhaus (ab 1220 wird französische gotische Einfluß spürbar). 2. Langhaus 1250-75 in einheitlicher und ungewöhnlich rascher Bauführung, der erste deutsche Kirchenraum reifer Hochgotik, aber durch seine Breitenausdehnung und den weiten Schritt der Arkaden von hochgotischen Innenräumen wesentlich unterschieden. 3. Westfassade seit 1276. Der Entwurf stammt vielleicht von Meister Erwin von Steinbach. Eine Besonderheit der beiden unteren Geschosse bildet das vielseitige System steinernen, ganz dünnen Stabwerks, das frei vor der Wand steht. Nach Erwins Tode (1318) wird unter Abweichung von seinem Plan stockend weitergebaut.
Zur Ausstattung zählen u.a. die Glasgemälde (s.a. gotische Malerei), die die Wirkung des Innenraums wesentlich mitbestimmen und der reiche bildnerische Schmuck der drei Westportale (~ 1290), der eine neue Entwicklung der deutschen Bildnerei einleitete.

Autor: Eckhart Triebel