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Geschichte
Baustile im Mittelalter

Allgemein
Das Bauwesen im betrachteten Zeitraum erfährt seine Ausgestaltung im wesentlichen durch die kirchlichen Gebäude. In den Dörfern und Gemeinden ist Holz das bevorzugte Material; Backsteinbauten entstehen erst im 13. Jh. (in Norddeutschland bereits ab dem 12. Jh.), vor allem als Rathäuser in den neu entstehenden Städten. Im wesentlichen bestimmen zwei Stilrichtungen die Gestaltung: die (erst seit dem 19. Jh. so genannte) Romanik und die nachfolgende Gotik. Eine Besonderheit stellen die norwegischen Stabkirchen dar.

Die Romanik
umfaßt die Zeit von etwa 1000 bis in die 1. Hälfte des 13. Jh., wobei sich allerdings in Frankreich die Gotik schon viel früher durchgesetzt hat. In Deutschland pflegt man noch die karolingische und die ottonische Kunst dagegen abzusetzen. Es kam überall zu nationalen Varianten.

Gegenüber der vorromanischen Kunst, die noch keine fest und überall durchgreifende Struktur besitzt und in der antike, orientalische und nordische Formelemente in den verschiedensten Verbindungen, Steigerungen und Abschwächungen in einer überaus komplizierten, bis heute noch nicht annähernd geklärten Weise zusammenwirkten, ist in der R. diese Festigung der Struktur eingetreten. Die Werke sind überwiegend kirchlichen Kunst, die hier in strenger Form auftritt, die erst in der Gotik eine Milderung erfährt.

Die größte Leistung, bei der die Merkmale der R. am klarsten und eindeutigsten zu fassen sind, zeigt sich in der romanischen Basilika, die nicht wie die gotische auf durchgreifende Einheit aus ist, vielmehr einen Gruppenbau darstellt, der sich aus Teilgebilden zusammensetzt, die innen und außen sehr genau als solche von einander unterschieden werden. Alles ist auf Wucht und Schwere angelegt, die Mauern haben eine Stärke, die über das konstruktiv Erforderliche oft hinausgeht. Auch alle Einzelglieder sind in dieser Schwere und Massigkeit gehalten. Dabei ist ein wichtiger Zug der Wechsel runder (zylindrischer) und rechtflächiger (kubischer) Formen. Um 1100 beginnt die Einführung der Wölbung (Kreuzgrate, später Kreuzrippen auf mächtigen Pfeilern und Säulen, in Frankreich auch Tonnen oder Kuppeln) des gesamten Innenraums im bisher meist flach gedeckten Mittelschiff. Zur dekorativen Bereicherung des Baus hat die R. eine gegen sein Ende immer mehr zunehmende Fülle von Zierformen ausgebildet, wie denn überhaupt die Spätromanik zu den im Ornament schöpferischsten Zeiten gehört.

Die romanischen Kirchen bekunden ein besonderes Verhältnis zum Stein; diese Epoche hat die Natur des Steines, seine Schwere und Mächtigkeit, bejaht und geliebt. Der Gläubige wird durch die schwere Mächtigkeit zu demütiger Scheu in die Knie gezwungen. Denkt man sich zu der Gewalt der massiven Mauern noch die drohenden Bestien hinzu, die an Portalen, Kapitellen und Friesen die Dämonen durch ihre Darstellung bannen, und die heiligen Gestalten, die in unzugänglicher Hoheit, mit maskenhaft verschlossenen Mienen auf den Altären thronen, so wird deutlich, daß die Kirche als etwas Ungeheures, Überwältigendes Scheu und Demut weckt.

Die Gotik
Das Entstehungsgebiet der G. ist die Île de France, wo mit dem Bau der Abteikirche Saint-Denis (1137-44) die Grundlage für den sich über ganz Europa ausbreitenden Stil geschaffen wurde. Elemente, die der romanischen Baukunst schon bekannt waren (Kreuzrippengewölbe, Dienst, Spitzbogen, Strebewerk, Doppelturmfassade), wurden hier zum ersten Mal in einen Zusammenhang gestellt, der eine Durchlichtung und Höhensteigerung der Räume ermöglichte. Der romanische Grundriß der Querhausbasilika wurde beibehalten, der Innenraum jedoch zu einer Raumeinheit verschmolzen, die Seitenschiffe im Chorumgang weitergeführt. Die klassischen französischen Kathedralen der Hochgotik (Chartres, nach 1194; Reims, 1211; Amiens, 1220) entwickelten das offene Strebewerk und das Maßwerk, das die Auflösung der Wände zwischen den Stützen im Innenraum ermöglichte; dadurch wird der für die G. typische Eindruck von Schwerelosigkeit hervorgerufen.

Durch den Austausch von Baumeistern und Handwerkern zwischen den Bauhütten in Europa breitete sich die G. rasch aus, erfuhr jedoch in den verschiedenen Ländern selbständige Ausprägungen. Ausgehend von der französischen Frühgotik entwickelte England einen gotischen Stil, bei dem die architektonische Struktur mehr und mehr von reinen Schmuckformen überdeckt wurde (Decorporated style, um 1250-1350). Aus dieser Sonderform erhielt wiederum die französische Spätgotik (Flamboyant-Stil) wesentliche Impulse.

Für die deutsche Gotik, die einzelne Bauten in enger Anlehnung an die französischen Vorbilder hervorbrachte (u.a. Köln, Domchor, 1248) wurde besonders in den Stifts- und Pfarrkirchen die Vorliebe für großflächige, kaum gegliederte Wände und die Einturmfassade charakteristisch (Freiburg im Breisgau, um 1235). Seit Mitte des 14. Jh. wurde die Hallenkirche der bestimmende Kirchentypus. In Italien spielte die Bettelordensarchitektur, die einen Gegenpol zur französischen Kathedral-Gotik bildete, eine führende Rolle.

Die norwegische Stabkirche
Holzbauweise mit Hauptstützen aus Rundhölzern (unter Verwendung von teilweise über Generationen hinweg ausgesuchten und vorbehandelten Bäumen - was ihre lange Haltbarkeit von über 700 Jahren erklärt), übereinander geschichtete Dächer und phantastische Schnitzornamentik.

s.auch Sakralbauten


Autor: Eckhart Triebel