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Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 uZ
Das Erdbeben
Denjenigen, die an der Bucht lebten, erschien der Vesuv nur als ein grosser
Hügel. Selbst der Geograph Strabo, der das verbrannte Gestein des
Kraters beschrieb und daraus richtig auf den vulkanischen Ursprung schloss,
erkannte nicht, dass er noch immer tätig war. Im 8. Jahrhundert v.
Chr. war der Vulkan sehr aktiv gewesen, dann hatte er achthundert Jahre
lang geruht. Die dicke Lavaschicht war erstarrt und hatte einen Pfropfen
im Krater gebildet. Im 1. Jahrhundert n. Chr. war der Druck im Innern
des Berges so weit angestiegen, dass der Vulkan einen neuen Auslass zu
finden suchte. Am 5. Februar 62 n. Chr. wurde Süditalien von heftigen
Erdstössen erschüttert, als die Gasmassen vergeblich versuchten,
sich ihren Weg ins Freie zu bahnen.
Der Ausbruch
Siebzehn Jahre später war der Druck wieder angestiegen. Vier Tage
lang zitterte die Erde. Am Morgen des 24. August 79 n. Chr. kam es zu
einer Eruption. Millionen Tonnen Lava, Bimsstein und Asche schossen in
den Himmel. Daraus setzte sich die grosse Wolke zusammen, die Plinius
beschreibt. Die Wolke trieb südwärts, direkt über Pompeji
hinweg, das von dem Gesteinshagel am schlimmsten getroffen wurde. Zu dem
Zeitpunkt, als Plinius Stabiae erreichte, war Pompeji bereits seit einigen
Stunden unter Schutt und Asche begraben. Man schätzt, dass ungefähr
zweitausend Einwohner dabei ums Leben kamen. Weitere Tausende von Opfern
hat es in den ländlichen Gegenden gegeben.
Pompeji wurde unter einer drei bis fünf Meter dicken Bimsstein-
und Ascheschicht begraben. Herkulaneum, das zwar ausserhalb der Zone des
Steinhagels lag, erlitt ein noch schlimmeres Schicksal, denn während
des Ausbruchs hatten sich sintflutartige Regenfälle und kondensierender
Dampf aus dem Vulkan mit der Asche auf dem Berghang vermischt. Dieser
brodelnde Schlamm floss den Berg herunter und begrub Herkulaneum unter
einer 13 Meter dicken Schicht.
Die Rückkehr des Tageslichts
Die Rückkehr des Tageslichts deckte das ganze Ausmass des Unglücks
auf. Der grosse Kegel des Vesuv war nur noch ein zerklüfteter Stumpf.
Fast das ganze südliche Ende der Bucht war verschüttet worden.
Die südlichen und westlichen Abhänge des Vesuv, wo so viele
grosse Landhäuser gestanden hatten, waren jetzt eine graue Einöde.
Neun Ortschaften waren verschwunden: Herkulaneum, Pompeji, Stabiae, Oplontis,
Leucopaetra, Taurania, Tora, Cossa und Sora. Wo Pompeji gestanden hatte,
ragten nur noch die Dächer der Gebäude, die nicht eingestürzt
waren, aus der Asche.
Nach dem Ausbruch
Nach dem Ausbruch fielen die Kraterwände in sich zusammen und bildeten
einen neuen Krater mit einem Umfang von mehr als elf Kilometern. Seit
79 n. Chr. hat sich auf der Südseite ein neuer Kegel gebildet, der
Monte Vesuvio, der noch heute aktiv ist. Die Nordostwand des alten Kraters,
des Monte Somma, steht noch heute und umschliesst ihn im Halbkreis.
s. auch Plinius:
Epistulae
6.16
Vesuvausbruch 79
nuZ.
Erlebnisse und Tod des älteren Plinius
Epistulae 6.20
Vesuvausbruch 79 nuZ
Erlebnisse und Tod des älteren Plinius und seiner Mutter
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