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  Isis-Tempel, Philae

Der Isis-Kult auf der Insel Philae geht auf sehr alte Zeiten zurück. Es war Brauch, dass sich alle Ägypter in ihrem Leben mindestens einmal auf eine Pilgerfahrt zur heiligen Insel begaben. Philae ist die kleinste der drei Inseln, die sich am südlichen Ausläufer der Felsengruppe befinden, die den ersten Katarakt bildet. Sie ist ungefähr 400 Meter lang und 135 Meter breit. Der südliche Teil der Insel wird vom Monumentalkomplex des Tempels eingenommen, der der Göttin Isis geweiht ist.
Man glaubte, dass jedes Jahr von diesem Punkt die Fruchtbarkeit spendende Nilschwemme begänne.

Die Insel Philae („Perle Ägyptens“) lag im Nil und wurde durch den Bau des alten Staudammes von Assuan jährlich für 10 Monate in überschwemmt. Nur im August konnte er besichtigt werden, denn in dieser Zeit wurden alle Schleusen des Staudammes geöffnet, um den starken Druck der Nilschwemme zu mildern. Hier war eine ganze Tempelstadt des ptolemäischen und römischen Ägyptens nahezu unversehrt erhalten. Der Isis-Tempel ist einer der drei besterhaltenen ptolemäischen Tempel (4.Jahrhundert vuZ) neben Edfu und Dendera.

Nach dem Bau des neuen Hochdammes wären die Monumente in den Fluten versunken, hätte man nicht den größten Teil der Tempelbauten aus der 30. Dynastie auf die benachbarte Insel Agilkia umgesetzt. Die ähnlich große Insel wird topografisch mit großem Aufwand so umgestaltet, dass sie weitgehend der ursprünglichen Insel Philae entspricht. Wenn man heute von Philae spricht meint man also die Insel Agilkia.

Im Süden beginnt ein Säulengang (früher 32, heute 31 Säulen) mit unterschiedlichen Kapitellen. Er wurde von Ptolemäus V Ephiphanes gebaut. Kurz vor Ende des Ganges liegt rechts (in Verlängerung des Arensnuphis) der Tempel des Imhotep (Erbauer der Djoser-Stufenpyramide im Alten Reich), der hier als Gott verehrt wurde.

Vor dem ersten Pylon des Isis-Tempels waren früher zwei Obelisken aufgestellt, die sich heute in England befinden. Die heute noch vorhandenen Löwen sind stark beschädigt. Die Reliefs auf dem ersten Pylon, den man auch besteigen kann, zeigen den König Ptolemaios XII. bei kultischen Handlungen. Auf der Rückseite des Torturmes sind vier Priester dargestellt wie sie die Isis-Barke tragen. Im Vorhof erinnert eine Innschrift aus dem „Jahr 7 der Republik“ an Napoleons ägyptischen Kriegszug, der die Geburt der modernen Ägyptologie einleitete.

Der kleinere zweite Pylon, der den Vorhof abschließt, ist mit Opferszenen des Königs geschmückt. Nun folgt die Säulenhalle mit 10 gewaltigen Säulen. Später wurde sie von den Kopten als Kirche benutzt. Gut erkennbar sind die ins Gemäuer geschlagenen koptischen Kreuze. Der Tempelachse folgend erreicht man das Sanktuarium mit dem Sockel für die heilige Barke des Isis-Kultbildes. Die äußeren Wände des Tempels wurden unter Augustus dekoriert, der als Pharao vor den ägyptischen Göttern dargestellt ist.

Westlich des ersten Pylons ist ein sehenswerter Nilometer erhalten geblieben. Ein Stück nördlich befindet sich das Hadrianstor, auf dem die Nilquellen dargestellt sind: Der Nilgott gießt zwei Wasserkrüge aus.

Östlich des Isis-Tempels erhebt sich der kleine Hathor-Tempel, dessen Inneres derzeit nicht zugänglich ist.

Weiter südöstlich befindet sich das sicher schönste Bauwerke der Insel und ein attraktivesFotomotiv, der unvollendete Trajan-Kiosk. Seine Säulen mit Glockenkapitellen ragen in den himmelblauen Himmel. Unter Trajan wurden hier die Prozessionen empfangen, es vermischen sich hier altägyptische Formen mit Architekturelementen der Spätantike.