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Paläozoikum:
Kambrium
In Meeresstreifen lagern sich Sedimente ab,
die reiches Leben zeigen. Hochkomplexe, fortschrittliche Wirbellose entstehen,
daneben sind Marinepflanzen vorhanden. Wirbeltiere gibt es noch nicht.
Die Wirbellosen bestehen überwiegend aus Trillobieten und Brachiopoden.
In den Schiefern des Burgess-Pass (Kanada) sind Artropoden, Schwämme,
Medusen und Würmer zu finden. Mit Ausnahme der Würmer verdanken
diese Tiere ihre Erhaltung dem Besitz von Skeletten aus Kalk, Chitin,
Phospat und Kieselsubstanz. Auf dem noch pflanzenfreien Land gibt es nur
mechanische Verwitterung. Das Klima ist warm-gemäßigt. Erste
größere Salzlagerstätten bilden sich in Kanada, Sibieren
und Indien.
Das Paläozoikum - Erdaltertum
Kambrium
Zeit: vor 590 Millionen Jahren
Das Antlitz der Erde im Kambrium
Eine große Kontinentalmasse, der erste Superkontinent Gondwana
in äquatorialer Lage
beherrschte das Bild. Laurentia (mit dem heutigen Nordamerika), Sibiria
und Baltica (mit
dem heutigen Europa) waren als Stücke des einstigen Superkontinents
Megagäa schon
abgedriftet.
Wie hat man diese Verteilung feststellen können?
- Paläomagnetik: eisenhaltige Gesteine (z.B. Basaltlava) richtet
sich am Erdmagnetfeld aus.
Anhand der Ausrichtung bzw. Neigung zu den Magnetpolen kann man den Breitengrad
bestimmen.
- Klimasensible Gesteine sind charakteristisch für die jeweilige
Klimazone. So sind
Evaporite (Salze) für trockene Gebiete in Äquatornähe kennzeichnend,
Kohlelagerstätten
(gilt für spätere Zeitalter) deuten auf feuchte Gebiete der
mittleren Breiten. [Organische
Substanzen wie umgefallene Bäume bilden Sümpfe, die wenn sie
unter Druck geraten zu
Steinkohle werden].
- Fossilien: Korallenriffe deuten auf tropisches Klima hin.
Die Erde als Schneeball
Im Jungkambrium muss es zu einer großen Vereisung der gesamten
Erde gekommen sein.
Hinweise sind Gletscherschrammen, die sogar in den damals tropischen
Regionen zu finden
sind.
Die Innovation: Schalen und Skelette
Im Kambrium entstehen skelettragende Organismen. Vorher gab es nämlich
außer einer
Ediacara-Art keine Viecher mit Hartteilen. Das bietet mehrere Vorteile:
- die Organismen sind besser gegen Fressfeinde geschützt
- Gelenke und Muskeln können aufgebaut werden
- Weiches Gewebe kann gestützt werden
Für die beginnende Skelettbildung gibt es mehrere Erklärungen.
Die wahrscheinlichste
scheint zu sein, dass im Kambrium erste Fressfeinde entstehen, die zu
Zeiten des Garten von
Ediacara [Lieblingsterminus der Geologen für die Zeit der
blühenden
Ediacara-Fauna im Präkambrium] noch nicht vorhanden waren. Die Ediacara-Fossilien
waren
übrigens zu diesem Zeitpunkt fast alle ausgestorben.
Weitere Erklärungen:
Die Schalen und Skelette boten Möglichkeiten, überschüssige
Stoffwechselelemente in einem
Art Depot abzulagern.
Die chemische Zusammensetzung der Meere hatte sich verändert.
Die Kambrische Explosion
Im Kambrium kommt es auch zur sogenannten Kambrischen Explosion über
100
Tierstämme entstehen neu, darunter alle, die wir heute kennen! Auch
hierfür haben die
Paläontologen mehrere Erklärungen:
- ökologische Hypothese: Die Konkurrenz war niedrig, so konnten
sich viele Lebensformen
gefahrlos bilden. Krux dieser These: Solche Situationen gab es in der
Erdgeschichte
mehrmals, ohne dass so eine Explosion stattfand.
- Genom-Hypothese: in diesem frühen Stadium waren die Baupläne der
Organismen
noch recht einfach, komplexe Strukturen existierten noch nicht. Daraus
folgt, dass es zu
diesem Zeitpunkt noch recht einfach war, neue Kombinationen des genetischen
Materials
auszuprobieren. Die neuen Stämme wären also Ergebnis dieser
Experimentierphase.
Wenn das nicht nach Schöpfungsmythos klingt....
- Garten-von-Ediacara-Hypothese: im Ökosystem des Präkambrium
waren die
Nahrungsketten sehr kurz (keine räuberischen Arten). Es gab eine
Vielzahl von
Nährstoffen, auf dessen Aufnahme sich Organismen spezialisieren
konnten. So konnten
Stämme entstehen, die die Biomatten aus Stromatolithen abweideten.
So konnte sich ein
komplexeres Ökosystem herausbilden.
Die Fossilien des Kambriums
- Trilobithen: Dreilappkrebse, hauptsächlich mit Calciumphosphatschale,
sind das Leitfossil
des Kambriums. Sie stellen 60% der Arten,
- Brachiopoden: Armfüßer, phosphatische Schale, stellen 30%
der Arten.
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