geschichte pinselpark    


Geschichte
  Home
Sitemap/Inhalt
GeschichteStartseite
Zeittafeln
Einzeldarstellungen
Geschichte-Links

Service und Kontakt
  Suche /Wörterbuch
Forum
Mail
Seite weiterempfehlen

Drucken
Disclaimer
Wichtige Downloads

 

Exkurs: Plattentektonik und Kontinentalverschiebungstheorie nach A. Wegener

Wegeners Theorie der Kontinentalverschiebung

Bereits 1915 veröffentlichte der Astronom A. Wegener ein Buch über die Entstehung der Kontinente. Er hatte mehrere Beobachtungen gemacht:

1.die Umrissformen der Kontinente passen wie ein Puzzle zusammen. Er führte das auf einen früher existierenden Kontinent zurück, den er Pangea nannte und der im Laufe der Erdgeschichte auseinandergebrochen war. Polfluchtkraft und Westdrift liessen die Schollen auseinander treiben. Ursache für diese Drift ist die Wiederherstellung des irdischen Rotationsgleichgewichts. Polverschiebungen zwingen die Erde (Rotationsellypsoid) immer wieder zu neuer Justierung. Auch die abdriftenden Kontinente tragen zu Polverschiebungen und anderen Gleichgewichtsstörungen bei. Beim Zusammenstoß driftender Platten bilden sich im Aufstaubereich Gebirgsstrukturen (Faltengebirge) und es entsteht starker Vulkanismus. Im Bereich der Zerrung hinter den Schollen entstehen Ozeanerweiterung und Tiefseegräben.

2. Eiszeitliche Ablagerungen von Schutt, die auf entfernten Kontinenten gleich sind, lassen ebenfalls auf einen Zusammenhang schliessen.

3. Die Verbreitung bestimmter Pflanzen und Tiere über den Globus kann nur erklärt werden, wenn ein früherer Zusammenhang der Kontinente angenommen wird. So gab es in Amerika eine Form des Urpferdes (Nachweis durch Skelette), die im Laufe der Entwicklung ausgestorben war. Erst mit der Besiedelung durch Europäer kamen erneut Pferde auf den amerikanischen Kontinent. Das gleiche gilt für den Mesosaurus, dessen versteinerte Überreste in Südamerika wie in Afrika gefunden wurden. Da dieser Saurier nicht schwimmen Konnte, musste er auf dem Landweg von dem einen Kontinet in den anderen gelangt sein. Ähnliches gilt übrigens auch für Reptilien, Beuteltiere, die Muschel Eurydesma.

Diese Beobachtungen dienten Wegener zur Erhärtung seiner Hypothesen. Wegeners Theorie wurden von den Geologen heftig bekämpft, vieleicht auch weil sie von einem Astronomen vorgetragen wurde, jedenfalls aber weil er keine Beweise für die Möglichkeiten einer solchen Drift der Kontinentalschollen vorlegen konnte. Nach Wegeners Tod auf einer Forschungsreise in der Arktis, kümmerte sich niemand mehr um diese Theorie. Erst in den 60er Jahren wurde durch maritime Forschung Wegners Theorie bestätigt.

Modell der Plattentektonik

Im Laufe der Jahrzehnte nach Wegener wurden neue Erkenntnisse über den Erdaufbau gewonnen und neue Technologien angewandt.

1. Geologische Erkenntnisse über den Erdaufbau
Die Erde ist in verschiedenen Schalen aufgebaut. Die dünne feste Kruste hat eine Stärke zwischen 5 und 40 km. Die schweren Basalte bilden die unterseeische, die leichteren Granite und Gneise die kontinentale Kruste.
Der Erdmantel hat eine Stärke von rund 3000 km und ist teils plastisch teil flüssig.
Darunter liegt der äussere Kern (flüssiges Magma), etwa 2000 km stark.
Der innere Erdkern ist fest (etwa 1200 km Durchmesser).

Durch seismische Geräte (Erdbebenüberwachung) sind Aussagen über die Dichte der von den Wellen durchwanderten Schichten möglich.
Dabei werden Primär und Sekundärwellen unterschieden. Sekundärwellen lassen sich in Flüssigkeiten nicht mehr nachweisen, sodass der äussere Kern flüssig sien muss.
Erkenntnisse über das vorhandene Material werden aus den Eruptionen der Vulkane gewonnen.
Kruste und oberer Mantel sind starr und werden als Lithosphäre bezeichnet (Stärke ca 70 - 100 km).
Der obere Mantel heisst Astenosphäre und ist plastisch (ca. 100 - 250 km)
Auf dem flüssigen Magma des Erinneren schwimmen kontinentale Krusten (Platten) wie Schollen. Wenn sie aufeinandertreffen enstehen Störungen: Die Platten schieben sich übereinander oder türmen sich auf (Faltengebirge). In beiden Fällen entstehen Erdbeben und Vulkanismus, in denen sich die entstehenden Drücke entladen. Mit diesen Erkenntnissen sind Möglichkeit und Voraussetzungen der Wegenerschen Kontinentaldrifttheorie bewiesen.

2. Kenntnisse über den Erdmagnetismus
In äusseren Erkern wird das magnetische Feld der Erde erzeugt. Es polt sich nach jeweils 10 - 50.000 Jahren um, was an dem eisenhaltigen Austrittsgestein des transatlantischen Rückens sichtbar wird. Diese richtet sich nämlich beim Erkalten am Erdmagnetfeld aus und lässt so die noch unerklärten Änderungen des Erdmagnetfeldes deutlich werden. Das Gestein wechselt seine Magnetisierungsrichtung.
Wenn die tragenden Platten, auf welchen Ozeane liegen, driften, müssen neben Aufstauzonen auch Bereiche entstehen, in denen die vergleichsweise dünne Erdkruste reisst und aus dem magmatischen Untergrund Gesteine austreten. Diese Gesteine müssen, je nach dem Zeitpunkt ihres Austritts, eine entsprechende Magnetisierung aufweisen. Der Nachweis dieser Tatsache gelang in den 60er Jahren anhand von Untersuchungen des atlantischen Rückens bei Island.

Weitere Quellen unserer Erkenntnis über den Erdaufbau
Weitere Beweise für diese Plattentektonik bieten die Gletscherbewegungen, die Übereinstimmungen im Gebirgsbau und den großen Grabenbrüchen, die Entstehung des Atlantik und auch die noch andauernde Bewegung von Grönland.

Plattentektonik erklärt praktisch alle geologischen Hauptmerkmale der Erde und erklärt ansonsten unverständliche Phänomene wie Erdbeben, Vulkanausbrüche und die Formation von Gebirgszügen. Die einzelnen Plattengrenzen zeigt die folgende Abbildung.


Eine gute Darstellung der Entwicklung der Erdoberfläche über Jahrmilliarden enthält die Flash-Animation Geologische Uhr (Quelle:www.urweltmuseum.de)

Über Vulkanismus und verwandte Phänomene informiert Sie die Seite der Bayerischen Staatssammlung für Paläantologie und Geologie der Uni München.