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Fotokurs
Motiv: Aufteilung
 

Bildgestaltung
Motivwahl
Linie,Fläche,Körper,Zeit
Formen
Komposition

 

Kompositionskriterien

Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund
Das Hauptmotiv kann in jedem der 3 Bildteile enthalten sein aber auch in allen (z.B. Landschaft, die eben deswegen nach durchgehender Schärfe verlangt). Während die Landschaft normalerweise Weite braucht, sind Porträts oder Blüten Motive des Vordergrundes, der Nähe. Entsprechend sollte hier auch selektive Schärfe oder ein besonders ruhiger Hintergrundrund gewählt werden.
Die einfachste, spannungsfreieste aber manchmal auch langweiligste Methode ist es dem Hauptmotiv den Mittelgrund einzuräumen. Dann kann der Vordergrund Einrahmungen oder passendes Beiwerk bieten um räumliche Tiefe herzustellen. Torbögen, Äste, Grashalme, Blick aufs Motiv durch den Verkehrsspiegel und ähnliches bewirken dies und schaffen Hinguckbilder. Einrahmungen können auch durch einfach Hand- oder Autospiegel oder Sonnenbrillen geschaffen werden.
Alle Bildaufteilungen sollten die harmonische oder disharmonische Aussage des Bildes verstärken.

Hintergründe, soweit sie nicht bildwichtig sind, sollten ruhig gehalten sein. Oft sind dunkle Hintergründe dem Bild zuträglicher als helle. Das Motiv löst sich auf jeden Fall vor einem kontrastierenden Hintergrund gut ab. Das Abheben des Hauptmotivs vom Hintergrund enscheidet über die “Lesbarkeit” des Motivs.

Hauptmotiv

Auch wenn ein Hauptmotiv klein ist, sollte man es nicht mit der Lupe suchen müssen. Der Blick muss durch alle Linien und Flächen, vor allem aber durch das Motiv selbst dort hingelenkt werden.
Motivwichtiges soll sich abheben (Kontrast in Farbe, Helligkeit oder Form.
Und bitte erinnern Sie sich: Fotografen leben, etwas anders als Maler, vom Ausblenden. Weniger ist oft mehr!!! Ein Satz, den man sich immer wieder sagen muss. Denn wenn sie die Schönheit eines Blattes, sein herbstliche Färbung, seinen gezackten Rand, seine Rippen und Adern zeigen wollen, dürfen Sie eben nicht einfach den ganzen Wald fotografieren wollen!

Kontraste

Generell gilt: Entfernung schafft Kontraste, Nähe mildert Kontraste. Denken Sie daran, wenn sie der Meinung sind der Film könne den Kontrastumfang nicht bewältigen.
Neben kontrastierende Formen ziehen kontrastierenden Farben (Viel grünes Wasser macht ein kleines rotes Boot rasch zum Hauptmotiv), den Blick an.

Eine besondere Bedeutung hat der Mengenkontrast. Will man Wucht oder Winzigkeit zeigen, braucht man dafür Masstäbe, Menschen eignen sich meistens dafür. Der kleine Kletterer am grossen Fels ist ein Beispiel dafür, sofern die Farben von Kletterer und Fels nicht verschmelzen und er sich deutlich abhebt. Fotografieren sie eine Biene auf einer Blüte , brauchen sie den Blütendurchmesser nicht erläutern.

Ebenso bedeutsam ist der Helligkeitskontrast. Es ist kaum glaublich wie sehr sich ein Gegenstand durch den gewählten hellen oder dunklen Hintergrund verändert. Ein bisschen zur Seite treten, einen anderen Hintergrund haben kann aus einem "kleinen" Motiv ein "grosses" machen und natürlich umgekehrt. Vermutlich aus diesem Grunde gibt es bei guten Fotografen kaum ein schlechtes Fotolicht und schon gar kein schlechtes Fotomotiv.

Anordnungen
Reihung und Symmetrie
Symmetrische angeordnete Motivteile können ebenfalls reizvoll sein. Sie wirken aber eher "gestellt".

Auch Reihungen können aus einem eigentlich anspruchlosen Motiv ein hübsches Bild machen, wie hier die Fische auf dem Marktstand.Sie sehen die nach unten fallende Linie? Dort steht -natürlich ausserhalb des Bildbereichs- ein Kochtopf!


Anschnitte des Hauptmotivs galten lange als Tabu. In der Tat sind abgeschnittene Füsse bei Personen nicht besonders reizvoll, wohl aber kann ein Anschnitt bei einem Porträt ungewöhnliche Nähe schaffen.
Ähnliches gilt für Überschneidungen. Herabhängende Sträucher die den wilden Lockenkopf noch betonen, können auch als gut geplante Überschneidung reizvoll sein.

Spiegelungen
Ob ein Wasserspiegel, ein Metallspiegel, eine Schaufensterscheibe, eine spiegelnde Fassade oder ein "echter" Spiegel: Spiegelungen sind fast immer reizvoll. (Siehe Motivbereiche)

Können wir dies alles möglichst unterbewusst checken und beherrschen die Kameratechnik ebenso selbstverständlich, sind wir in der Lage eines Autofahrers, der die Bremsen oder das Gas automatisch findet -er denkt garnicht mehr dran wie er sie finden wird- wenn es nötig wird. Der Tausendfüssler der gefragt wurde wie er es mache seinen vielen Beine beim Laufen nicht zu verwechseln überlegte, blieb stehen und konnte sich nicht mehr rühren. Vieles läuft bei uns Menschen ganz ähnlich ab.

Dies lässt uns die Wichtigkeit des fotografischen Übens erkennen. Zwar tritt auch ein blindes Huhn mal in den Mist, aber besser ist es zu sehen wie man diesen Tritt vermeidet.