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Motivwahl: Ich sehe was, was Du nicht siehst

Lernen Sie Ihren Heimatort/ Heimatlandschaft ( Dorf, Kleinstadt, Grosstadt) mit neuen Augen zu sehen!

Zeichnen oder beschreiben sie mal ihre Haustür aus dem Kopf! Jetzt gleich! Welches Holz? Welche Farbe? Welche Beschläge? Welche Lackierung (Farbe, matt, glänzend, seidenmatt)? Welche Glassorten? Welcher Erhaltungszustand?  Welche Beschläge? Sie  bringen nicht alles zusammen? Und doch hat ein Schreiner dafür lange gearbeitet und es lohnt sie anzusehen!
Niemand kennt ihre Heimat so wie Sie!  Fragen Sie sich wegen der neuen Aspekte trotzdem: Was würde einen Afrikaner, Asiaten faszinieren? Was fasziniert Sie in Afrika oder Asien? Wie würde ein Kind sie sehen? Ein Kind hat mich neulich mit den Worten beurteilt: Der Mann hat aber gelbe Zähne! (Ja, das Rauchergebiss!) Fragen sie Besucher was ihnen auffällt, positiv oder negativ. Fragen sie nach Begründungen! Ein Fotoband meiner Heimatstadt wurde dadurch zum Verkaufsschlager, dass der Magistrat einen Fotowettbewerb ausschrieb “Unbekannte Ecken der Stadt” und die Ergebnissse dann verlegte.Vergessen sie auch nicht die witzigen, der Situationskomik entsprungenen Bilder zu machen. Diese gelingen, wenn Sie mit dem Fotografenauge sehen gelernt haben.

Wer viele Interessen hat, kann viele Themen fotografisch darbieten. Wer wenig Hobbys hat kann vielleicht ein Thema umsetzen das aber gut!! (z.B. mein Kater, mein Gartenteich, die Wiese hinterm Haus, der Wald). Wenn es Ihnen ums Vorführen geht sollten Sie an die Präsentation denken!! Aber Fotografieren sie auch ohne auf Publikum zu schielen!!  Sonst ist keine Entwicklung möglich.

Selbstkritik
Wie Maler machen es auch Fotografen, wenn sie etwas geschaffen haben, sind sie selbstkritisch und schonungslos in der Analyse ihrer Produkte.. Nur so kann man lernen. Machen Sie beim lernen viele Fotos aber analysieren Sie alle Bilder im Nachhinein gründlich und fragen Sie sich,
- Was stört mich an diesem Foto?
- Wo leidet das Gleichgewicht
- Was war die Bildaussage?
- Welche Fehler habe ich in Anwendung der Technik gemacht?
- Wo habe ich die Möglichkeiten des Filmmaterials falsch eingeschätzt?
- Wäre das Bild anders zu gestalten gewesen und wie?

Der unerlässliche Rundgang
Suchen Sie die Schokoladenseite des Motivs! Dazu muss man sich Zeit nehmen. Gut Ding will Weile haben! Das geht natürlich nicht bei den beliebten Schnappschüssen. Der Mehrzahl dieser Bilder sieht man das auch an. Auch in dieser Hinsicht kann man von klassischen Malern nur lernen.
Wir rücken dem Motiv also folgendermassen zu Leibe:
1) Gehen sie um das Motiv herum, bis es im rechten Licht erscheint. Knien Sie auch mal hin oder suchen sie einen erhöhten Standort auf. Ausserordentliche (auchhohe oder tiefe) Kamerastandpunkte ergeben Varianten die Ihnen am fertigen Bild Freude machen.
2) Der Rundgang gibt auch Aufschluß über mögliche Bildausschnitte. Wählen sie ein Bildformat. Das Querformat vermittelt eher Ruhe und Ausgeglichenheit, das Hochformat eher Spannung.
3) Soll das Motiv absolut dominieren oder soll sein Umfeld noch zu erkennen sein?
4) Abstand und Brennweite müssen mit der gesuchten Perspektive in Einklang gebracht werden.

Von einem japanischen Maler stammt das sinngemäss hier zitierte Wort:
Willst Du Bambus zeichnen:
Betrachte den Bambus,
Fühle den Bambus,
Schmecke den Bambus,
Werde selbst Bambus,
Dann vergiss alles, was Du über Bambus weisst!
Setz Dich hin und zeichne den Bambus!

Ich denke ähnliche Vorgänge stellen sich auch in Fotografen ein, wenn sie ein Bild erschaffen wollen.

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